Barre op Segeltuur

September 20, 2016 at 8:16 pm (Uncategorized)

Obwohl ich seit fast fünfzig Jahren im Seglermekka Kiel lebe, ist diese wunderbare Beschäftigung leider weitgehend an mir vorbeigegangen. Deshalb sage ich sofort zu, als sich die Möglichkeit bietet, an einem Mittelmeertörn teilzunehmen. Dorotheas Cousin Michael (Micki) ist begeisterter Segler und hat seine Cousins zu einer einwöchigen Tour in der liparischen See eingeladen. Obwohl nur anheiratet, darf ich mitmachen. Als reiselustiger Rentner gönne ich mir ein paar Extratage.

  1. September

Auch nach 42 Ehejahren fällt mir der Abschied von meiner Liebsten immer noch schwer, zumal ich sie auf einem Berg Arbeit sitzen lasse.

Innenhof der Khadiseh-Pension

Innenhof der Khadiseh-Pension

Die Zugfahrt zum Flugplatz Weeze nimmt einen halben Tag in Anspruch. Beginnend in einem über füllten Regionalexpress nach  Hamburg erwische ich den ICE nach Dortmund knapp, doch dort verpasse ich den Anschlusszug. Irgendwie komme ich trotzdem rechtzeitig zum Flugplatz, wo der Billigflieger nach Palermo um 17 Uhr startet. Für das gesparte Geld muss man einem unbequemen Sitzplatz büßen, so dass knapp zweieinhalb Flugstunden zuviel  sind. Der Flughafen Falcone ist 40 km von Palermo entfernt und der Zug ist senza functione. Bevor ich den lockenden Taxifahrern ins Netz gehe, erwische ich einen Shuttlebus, der bis zum Bahnhof fährt. Meine gebuchte Pension Khalisah ist fußläufig erreichbar, aber in der Dunkelheit nicht leicht zu finden. Der Eingang ist verschlossen, aber da ist ein Brief angeklebt (dear Axel….), der mir den Türcode verrät, und wo ich den Schlüssel finde und wo mein Zimmer ist, nämlich außerhalb in der Via Scopari 37. Ein uraltes Gemäuer mit einem liebevoll ausgebauten Zimmerchen. Die Gegend ist nicht gerade vornehm, aus den gegenüber liegenden  Mietshäusern schallt Hundegekläff und lautstarkes  Familienleben. Nach einem erfrischenden Duschbad, ausgestattet mit einem guten Stadtplan mache ich mich auf den Weg in Palermos Nachtleben. Und ich muss nicht lange suchen. Wenige Schritte entfernt, ab der Piazza Marina  beginnt ein Viertel, wo der Bär tanzt. An jeder Ecke Lifemusik, Straßencafės, Kneipen und mitten in der Woche jede Menge gutgelaunter  junger Leute, wie sie bei uns bestenfalls zur Kieler Woche anzutreffen ist. So ist es schon früher Morgen, als ich satt und lieb in mein ziemlich unbequemes Bett falle.

  1. September

Am nächsten Morgen werde ich durch einen bühnenreifen Ehestreit aus den Nachbarhäusern geweckt. Ich lerne ich meinen freundlichen

Chiesa San Cataldo und La Martorana

Chiesa San Cataldo und La Martorana

Gastgeber kennen, der mir außer einem süßen Calazione auch eine ausgiebige Einführung in Palermos Geschichte und Sehenswürdigkeiten offeriert. Er ist sehr gut informiert über das  Mittelalter und berichtet von dem Normannenkönig Roger I., seiner religiösen Toleranz, seiner Tochter Constanza, die durch ihre Heirat das Staufergeschlecht an die Regierung brachte. Fast liebevoll erzählt er von dem früh verwaisten, vom Papst erzogenen Friedrich II, Enkel von Friedrich Babarossa, der nicht nur hochbegabt und kunstsinnig, sondern auch machtbewusst war und erst König von Sizilien, später Kaiser des Heiligen  Römischen Reiches und nach erfolgreichen Kreuzzug auch König von Jerusalem wurde. Jedenfalls haben er und seine Vorfahren in Palermo jede Menge Baudenkmäler hinterlassen, die alle zu besichtigen an einem Tag nicht zu schaffen ist. Trotzdem mache mich wohlgemut auf den Weg, erwerbe erst am Bahnhof eine Fahrkarte für meine morgige Fahrt nach Milazzo, wo ich meine Mitsegler zu treffen hoffe. Dann schlendere ich gemächlich in die Altstadt, die Via Maqueda entlang bis zur Chiesa San Cataldo und La

Piazza Pretoria

Piazza Pretoria

Martorana, einer schönen Kirche im normannischen Baustil mit unverkennbar maurischen Einflüssen. Gleich daneben die Piazza Pretoria, die von einem riesigen Springbrunnen mit Dutzenden nackter Götter- und Nymphenstatuen beherrscht wird, eingerahmt durch das Rathaus und die Chiesa San Caterina. Dann wandere ich in der Mittagswärme durch schmale Gassen zum Normannenpalast, dem größten und bedeutendsten Bauwerk, das sich auf einer Anhöhe erstreckt. Schon von außen zu bewundern, zu einer Besichtigung des Inneren reicht meine Energie leider nicht, obwohl die Cappella Palatina sicher den Besuch gelohnt hätte. Stattdessen wieder stadteinwärts durch die Porta Nuova in die zum Glück verkehrsberuhigte Hauptstraße Vittorio Emanuele, auch Cantaro genannt. Zur Linken die riesige Kathedrale, deren Inneres die Sarkophage von Friedrich II, seiner Eltern Heinrich und Constanza und anderer Herrscher beheimatet. Die Kreuzung von Cantaro und der Via Maqueta heißt Quattro Canti. Jede

Eine der Quadro Canti

Eine der Quadro Canti

der Ecken ist mit einem riesigen Relief spanischer Könige geschmückt. Gleichzeitig teilt die Kreuzung die Altstadt in ihre vier Stadtteile Albergeria (Südwesten), La Kalsa(SO, dort ist meine Unterkunft, Capo (NW) und Vucceria(NO), wo das Nachtleben und tags der Straßenhandel blüht. Ich gönne mir eine Siesta in meinem Kämmerchen. Der Abend verläuft wie der Gestrige, dolce vita…

9.September

Fischstand an der Vucceria

Fischstand an der Vucceria

Nach dem Frühstück bleibt mir noch ein gutes Stündchen bis zur Abfahrt, welches ich zu einem Besuch der Vucciria, des größten Marktes in Palermo nutze. Ich hätte wohl früher aufstehen müssen, die meisten Fisch- und Gemüsestände sind schon am Abbauen. Aber die Zeit reicht noch für einen Cappuccino an der schönen Piazza San Domenico. Auf dem Weg zum Bahnhof werde ich von einem mächtigen  Platzregen überrascht. Während ich mich unterstelle, rennen Dutzende Kinder an mir vorbei, alle pitschnass aber strahlend. So was erleben sie wohl nicht so oft.

Zugfahrten ist in Italien richtig preiswert. Allerdings ist der Sitzkomfort nicht so toll. Dafür wird man auf der Fahrt nach Milazzo mit einem grandiosen Ausblick belohnt, denn die Eisenbahnstrecke verläuft unmittelbar an der sizilianischen Nordküste. Nach dreieinhalb Stunden kommen wir an. Ein Bus bringt mich direkt an den riesigen Hafen von Milazzo. Gerade als ich mich nach dem Weg zumeinem Hotel erkundigen will, stehe ich davor direkt an der Promenade. Der Hafen ist voller Boote. Ob ich unseres finden werde? Abends Essen in einem wunderbaren Restaurant in einer stillen Seitenstraße. Als ich gegen sieben Uhr komme, bin ich der erste an einem der vielen Außentische, als ich gegen neun weggehe, sind innen und außen alle Plätze belegt. Also rechtzeitig ankommen! Nachts weckt mich ein heftiges Gewitter. Als ich aus dem Fenster schaue, gießt es wie aus Kübeln und die Straße ist überflutet. Im kalten Deutschland herrscht derzeit eitel Sonnenschein mit Temperaturen über 30 Grad. Aber ich bin ganz froh, wenn wir von der Hitze verschont bleiben.

  1. September

Langer Tag Warten auf die Mannschaft. Als erstes kommt Petka um zweie mit dem Bus aus Catania an. Zwischenzeitlich hatte ich mit Mickis Hilfe unseren Skipper ausfindig gemacht und unser Schiff „Paloma“ am Steg des Yachthafens gefunden. Auf www.meridian-yachting.com findet ihr nicht nur das Logbuch unseres (und anderer) Törns, sondern auch die Rezepte aus der Bordküche, mit denen wir verwöhnt wurden. Fotos mit freundlicher Genehmigung von Marita Höning und Jens-Peter Gallin.

Arnold und Marita verabschieden sich gerade von der Vorgängercrew und haben dann mit der Vorbereitung unseres Törns zu tun. Aber ich kann mein Gepäck aus dem dem Hotel holen. Gemeinsam mit Petka, ausgestattet  mit Arnolds Sackkarre, holen wir die Alkoholika an Bord, die wir in der Woche wohltätigen Zwecken zuführen wollen. In der Tropicanabar warten wir bei ein paar Bierchen unsere Verwandten. Kurz vor sechs treffen George und Markus ein. Mikki ist derweil noch in der Luft, er ist erst am Nachmittag von Köln aus gestartet. Daher kann nicht vom Begrüßungsgin profitieren und von dem schönen Essen in der Casalinga, dem Restaurant, das ich am Vortag kennen gelernt hatte. Dann ist es Zeit, Micki abzuholen, der mit dem letzten Zug aus Catania eintrifft. Der Abend endet mit reichlich Bier , Grappa und Wein an Bord.

Die Paloma ist mit 8 Schlafplätzen ausgestattet. Mit Hinweis auf mein Schnarchen bekomme ich eine Doppelstockkabine zugeteilt, in der außer mir unser Gepäck übernachtet.

  1. September
Stromboli vom Meer aus

Stromboli vom Meer aus

Am Sonntag Morgen werden wir mit Obstsalat, frischen   Brötchen und Kaffee verwöhnt, bevor es um halb zwölf Leinen los heißt. Es weht es leichter Westwind, der uns mit 3 bis 6 Knoten auf Kurs Stromboli bringt. Wir wechseln uns am Steuer ab, während Micki und Arnold die Segel Position optimieren und Micki uns beibringt, wie man anhand der Bändsel an der Genua die bestmögliche Anströmung erreicht. Zwischendurch schläft der Wind immer mal wieder ein, sodass wir ein Stückchen unter Motor fahren müssen. Aber am Spätnachmittag brist es wieder auf, so dass wir bis in die Dunkelheit segeln können. Zwischendurch bekommen wir ein fantastisches Mittagessen Gnocchi mit Pilzsauce serviert. Kurz nach Neun schläft der Wind endgültig ein, so dass wir die letzten 25 Seemeilen Motoren müssen. Um uns herum gewittert es, aber wir können den Sternenhimmel genießen, besonders nachdem gegen ein Uhr der Mond untergeht. Vor uns taucht die Kulisse des Stromboli auf. Als wir die Insel an der Westseite umfahren, werden wir durch eine imposante Eruption des Vulkans begrüßt, der weitere kleinere und größere folgen. Gegen drei ankern nach 53 sm in der Bucht vor Stromboli Ort. Nach einem Gin Fizz zur Ankunft geht es in die Heia.

  1. September

Am Morgen üben wir die Seemannswäsche: ins angenehm warme und klare Meer springen, einseifen, abspülen mit der Handdusche am Heck. Zum Frühstück gibt Arnolds bestes Rührei. Einige setzen mit dem Dhinghi über (Einkaufen und Müll wegbringen ist immer angesagt). Zwischendurch prüfende Blicke auf den Vulkan, dessen Gipfel meist in Wolken verschwindet, auch wenn der restliche Himmel klar ist. Marita und Arnold sind in den letzten Wochen schon zweimal auf dem Gipfel gewesen, ohne wegen Nebels auch nur eine einzige Eruption beobachten zu können. Da überlegen sie schon, ob sie die Mühen des Aufstiegs ein weiteres Mal auf sich nehmen.

Vor dem Aufstieg

Vor dem Aufstieg

Doch weil die Sicht sich stetig verbessert, entschließen sich alle, mitzukommen. Anders als 2004, als Dorothea, Anton seine Freunde und ich verbotswidrig ohne Führer aufgestiegen sind, schließen wir uns diesmal einer geführten Gruppe an, bei der wir auch mit Bergstiefeln, Helmen und Stirnlampen ausgestattet werden. Um vier beginnt der Aufstieg mit einem freundlichen Guide, der leider nur italienisch spricht. Schnell kommen alle in Schweiß, zumal wir einiges Gewicht vor allem in Form von Zweiliterflaschen Wasser zu tragen haben. Ich habe das Glück, durch Micki weitgehend vom Tragen unseres Seesacks entlastet zu werden, der um mein Wohlergehen rührend besorgt ist. Der Weg geht im Zickzack zunächst durch die Vegetation, ab 500m durch die Aschefelder, wobei sich

Am Gipfel des Stromboli

Am Gipfel des Stromboli

staubige und steinige Bereiche abwechseln. Trotz der Anstrengung ist der Blick auf das unter uns liegende Meer und zum Gipfel, vor dem sich die vor uns wandernden Gruppen scherenschnittartig abheben. Um viertel vor sieben, kurz vor Sonnenuntergang sind wir am Gipfel. Die Krater entziehen sich leider durch dicke Nebelschwaden unseren Blicken,

Nach dem Aufstieg

Nach dem Aufstieg

und auch die erste donnernd laute Eruption ist nicht optisch zu beobachten. Sollte die Mühsal vergebens gewesen sein? Doch nein, die Nebelschwaden heben und senken sich minütlich, und schon die nächste Eruption ist wunderbar wie ein Feuerwerk zu bewundern, und es bleibt nicht die einzige! Als die Ungeduldigen schon zum Aufbruch drängen, erleben wir die vierte Explosion in voller Schönheit und voller Dunkelheit. Um  acht Uhr beginnt der Abstieg. Die

Sonnenuntergang am Vulkankrater

Sonnenuntergang am Vulkankrater

Aschefelder sind wie Sanddünen, an denen man durch geschickten Einsatz der Fersen kraftsparend herabsurfen kann. Wegen der Steine muss man trotzdem sehr auf passen. So bin ich am Ziel abermals so verschwitzt, dass ich nicht mehr mit den Anderen in die Pizzeria gehen mag. Der

Stromboli speit Feuer

Stromboli speit Feuer

fürsorgliche Micki setzt mich mit dem Dhinghi über und zeigt mir den Weg durch die Luke in das verschlossene Boot. Trocken angezogen und ein Bierchen schlürfend erwarte ich den Rest der Truppe. Ein wohlverdienter Gin, und alle zieht es in die Koje.

  1. September

Gegen halb neun weckt uns ein kurzer, aber heftiger Schauer, der unvrrmutet aus einem blauen Himmel fällt. Die Seemannswäsche endet mit einer unangenehmen Überraschung für mich. Am Rücken spüre ich plötzlich einen heftigen Schmerz. Schnell schwimmen ich zur Treppe und spüle die schmerzende Stelle mit Süßwasser. Ein Fehler, sagen Arnold und Marita.Sie cremen die Quaddeln mit Fenistil ein, was sehr schnell zu einer Linderung führt. Nach dem Frühstück ist kaum noch was zu merken. Später sehen wir die Feuerquallen vom Boot aus. Sie haben ca 20cm Durchmesser und lange Tentakeln. Von nun an werde ich nur nach optischer Kontrolle ins Wasser gehen.

Stromboli achteraus

Stromboli achteraus

Nachdem die Einkäufer zurück sind, wird der Anker gelichtet, und hoffnungsfroh Segel gesetzt. Nach einer halben Stunde sind wir kaum vom Fleck gekommen sind, wird die Genua geborgen und der Motor gestartet, Kurs auf Isola Basiluzzo, ein großer Felsen mit bizarrem Begleitfelsen.

Felsen vor Paranea

Felsen vor Paranea

Die meisten legen sich in Aussicht eines langweiligen Törns unter Deck. Plötzlich ein Schrei: Delphine. Tatsächlich taucht eine Schule wenige Meter vor dem Boot auf. Es handelt sich um auffallend kleine Tiere, die zu zwei bis viert parallel schwimmen und Luft holen. Aber es kommt noch besser: eine imposante Gruppe größerer Tiere, hellgrau mit schöner dunkelbrauner Zeichnung Gefallen an unserem Boot gefunden und begleitet uns eine ganze Zeitlang, über mutig um den Bug herumschwimmend, wobei einer sogar gegen den Rumpf prallt. Das Highlight des Tages!

Angenehme Begleiter

Angenehme Begleiter

Delphine umkreisen das Boot

Delphine umkreisen das Boot

Bald gehen wir bei Basiluzzo bei Paranea vor Anker. Es ist sehr warm. Nach Tomatensalat, Oliven und Käse gehen die meisten mit Taucherbrille ins Wasser und sichten neben Fischlein viele Quallen. Muss ich heute nicht mehr haben. Petka repariert erfolgreich die defekte Fernbedienung des Ankermotors. Abends fahren wir rund um Panarea und ankern in einer idyllischen Bucht Calajunca. Wir speisen Marita und Arnolds Asiapfanne und verbringen den Abend in gewohnt geselliger Weise.

  1. September

Nach dem gewohnt leckeren Frühstück legen wir ab Richtung Salina. Zu unserer Freude können wir den Motor nach 300m abstellen und bei gutem nordwestlichen Wind segeln. Vor Salina ankern wir erst in einer Bucht und baden, bevor wir in den Yachthafen einlaufen. Hier können wir den Wassertank füllen und auch unsere Alkoholvorräte auffüllen. Die Hafengebühr ist horrende, obwohl mit 90€ weniger als halb so teuer wie in der Hochsaison. Salinas Hauptort ist charmant mit kleinen Sträßchen und netten Geschäften. Wir haben Zeit zum Bummeln und Käffchen trinken, während der Skipper un sine Fru ein exorbitantes Nachtmal zubereiten: Saltimbocca mit Krawattennudeln und mediterranem Salat, dazu ein leckerer Weißwein von  der Insel Salina.

  1. September

Wieder warmes Wetter mit wenig Wind. Vor dem Auslaufen wird das Wasser vom Steg zum Klarschiffmachen genutzt. Solange wir im Hafen sind, gelten an Bord strenge Regeln: ohne oben geht nicht! Bei schwachem SSO kreuzen wir längs Salina, bevor uns der ein schlafende Wind zum Motoren zwingt. In der schönen Punta Cugno Lungo machen wir eine Badepause und genießen gedünstete Paprikaschoten mit. Käse. Hinter uns liegt Salina mit seinen imposanten Zwillingsbergen, die noch ein Bisschen höher sind als der Stromboli. Während der Mittagspause frischt der Wind auf und weht mit 3 Stärken aus NW, so dass wir um halb vier mit raumen Wind weitersegeln. Anlässlich des Seemannssonntags gibt es Schoko- und Pistazienkuchen. Ein Wettrennen mit einer parallel fahrenden Yacht entscheiden wir für uns, weil die Feiglinge vorzeitig die Genua bergen und den Motor anwerfen. Müssen wir allerdings auch bald, um gegen Wind und Strom durch die Meerenge zwischen Lipari und Vulcano zu kommen.

So schön kann Vulkanismus sein zwischen Vulcano und Lipari

So schön kann Vulkanismus sein zwischen Vulcano und Lipari

Um halb acht ankern wir vor Vulcano. Die Insel macht ihrem Namen Ehre, denn überall längs des Bergkamms sieht man Schwefelschwaden senkrecht aufsteigen. Abends gibt es Rosmarin-Kartoffeln und sizilianische Bratwurst. Mmh..

  1. September

Entgegen der Prognose ist das Wetter wieder warm, sonnig und sogar windig. Doch bevor wir Segel setzen, lockt der Vulkan. Nach Kaffee und Obstsalat lassen wir uns von Arnold mit dem Dhinghi  zum Anleger übersetzen.  Es muss ein lustiger Anblick sein, wie sich 5  dicke   Männer in das kleine Brötchen quetschen, und hinterher haben wir alle einen nassen Hintern. Wir wandern wir eine Stunde zum Kraterrand hoch. Der Weg verläuft zunächst entlang der Straße, dann auf Asche aufwärts. Es war weise, früh zu starten, denn wir können den kühlen Schatten des Vulkans nutzen. Unterwegs wechselt der Untergrund. Wir laufen auf knallhartem rötlichem Lehm.

Am Kraterrand von Vulcano mit Blick auf Lipari und Salina

Am Kraterrand von Vulcano mit Blick auf Lipari und Salina

Dann stehen wir am Kraterrand, der kreisrund und einen halben Kilometer Durchmesser hat. Sein Grund ist ganz flach und lehmig. Ganz Mutige haben sich darauf mit Schriftzügen  aus Steinen verewigt. Der Vulkan hatte vor über 100 Jahren seinen letzten großen Ausbruch, aber er ist keinesfalls erloschen, wie die vielen Spalten und Löcher entlang des Rundweges anzeigen, aus denen stinkender Dampf aufsteigt. Diese Fuminellen befinden sich fast alle im nordöstlichen Teil des Kraterrands, während der eigentliche Gipfel auf knapp 400m Höhe im Süden liegt. Wanderer haben hier Steinsäulen hinterlassen, die wir erfolgreich um einige Steinchen erhöhen.  Schon wegen des Blicks hat sich der Weg gelohnt. Fast alle äolischen Inseln sind zu sehen. Im Westen Alicudi  und Filicudi, im Norden Lipari und Salina , Parinea und der Stromboli sind zu erahnen.  Erst kurz vor dem Ende des Rundwegs kommen wir zu den Fuminellen, aus denen leicht zischend der Dampf entweicht. Der Schwefel hat hier große gelbe Flecken hinterlassen, und direkt am Austritt bilden sich Nadelkristalle. Auf dem Rückweg freuen wir uns an den schwitzenden

Blick vom Kraterrand auf die liparischen Inseln

Blick vom Kraterrand auf die liparischen Inseln

Aufsteigern, die eine Stunde zu spät aufgestanden sind. An Bord ist das Frühstück fertig, und es gibt Wind! Wir müssen erst ein paar Schläge kreuzen, um aus der Windabdeckung von Vulcano frei zu kommen, aber dann geht es richtig los. Der Wind nimmt zu (4+ sagt Micki) und das Boot nimmt Fahrt auf (8,2 Knoten ist der Spitzenwert). So bringt Segeln richtig Spaß und erreichen nach zwei Stunden die Landzunge von Milazzo. Hier ist es mit dem Wind leider vorbei und wir müssen nach einer Ess- und Badepause unter Motor in den Hafen. Ärgerlicherweise hat die Bootshafencrew Maritas Reservierung verpeilt, und wir müssen in einen anderen Segelhafen ausweichen. Zum ersten Mal erlebe ich den Skipper missgelaunt. Aber beim abschließenden Essen im Casalinga ist die gute Stimmung zurück. Nachdem alle Alkoholvorräte an Bord wohltätigen Zwecken zugeführt wurden, schlafen wir ein letztes Mal in einer Koje. Micki und Petka verlassen uns schon kurz vor acht und kommen nicht mehr in den Genuss von Maritas leckerem Frühstück mit Obstsalat und Ei. George, Markus und ich verabschieden uns an der Haltestelle des Cataniabusses. Ich bringe noch zwei langweilige Stunden am trostlosen Bahnhof von Milazzo zu, wo man nicht mal einen Kaffee bekommt. Am Sonntag geht s von Palermo aus heim.

Fazit: Wir haben alles bekommen, was wir erhoffen konnten und mit Stromboli, Delfinen und Vulcano einige Highlights erlebt. Die Stimmung an Bord war ebenso wie das Wetter immer gut. Einfach Glück gehabt!

 

 

 

 

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