Barre op Irlandtuur

Juni 29, 2016 at 10:13 pm (Uncategorized)

Unsere letzte größere Reise liegt nun schon eineinviertel Jahre zurück. Nun haben wir uns zu einer kürzeren, aber ganz anderen Art von Reisen entschieden. Zunächst einmal ist Irland für uns beide Neuland. Außerdem macht unser neues Auto, ein VW Caddy maxi, es möglich, auf andere Übernachtungsmöglichkeiten zu verzichten. Nach Umklappen der Rücklehnen haben wir dort ein recht gemütliches Ehebett, das von einem selbstgebauten Holzgerüst getragen wird. Das ist bemerkenswert, weil bislang alle Eigenbauprojekte an meinem Ungeschick gescheitert sind. Diesmal hat es aber geklappt: links und rechts zwei Staukisten mit Deckel, in der Mitte ein Tisch mit klappbaren Beinen und eine Schublade mit Kochkiste. Man soll also nicht aufhören, an sich zu glauben: Was Hänschen nicht lernt, lernt Opa Hans allemal! Außerdem hat mein alter Kollege Dierk uns sehr geholfen, das für Womoreisen unverzichtbare Zubehör zu besorgen, außer einem Butangaskocher, einem Unisexurinal, einer Minikühlbox, einem wunderbaren faltbaren Teekessel und faltbaren Schüssel und Sieb ist ein Heckklappenzelt vorhanden, das in sage und schreibe 2 Minuten unter der geöffneten Heckklappe trockenen Platz für’s Tischchen und zwei Zeltstühle schafft.

 

12.Juni 2016

Erst am Spätnachmittag starten wir unsere Reise, nachdem wir mit Dorotheas Fledermäusen und meinen Flüchtlingen so beschäftigt waren, dass zum Packen viel zu wenig Zeit bleibt. Immerhin passt alles gut in die Stauräume. Aber ganz gemütlich erreichen wir die Elbfähre in Brunsbüttel, die uns in eineinhalb Stunden nach Cuxhaven bringt. Dort biegen wir auf die A28 und machen nach einer halben Stunde in Bremerhaven Halt. Die sonst so belebte Meile am Neuen Hafen ist am Sonntagabend wie ausgestorben. Die Strandhalle, in der ich vor fünfzig Jahren Konfirmation gefeiert hatte, schließt mangels Kundschaft vorzeitig, so dass wir auf den schönen Weserblick beim Essen verzichten müssen. Grund ist das EM-Spiel Deutschland gegen die Ukraine, das um 9 Uhr beginnt. Zum Glück ist das benachbarte Lloyd Restaurant geöffnet, in dem wir uns mit Labskaus bzw Matjes verwöhnen lassen. Auch die Weserfähre verkehrt nicht mehr, so dass wir den Fluss weiter südlich durch den Tunnel bei Dedesdorf passieren müssen. Wir schlagen unser erstes Nachtlager auf einem einsamen Rastplatz direkt am Deich des Jadebusens auf, einer Gegend, aus der meine Vorfahren väterlicherseits stammen. Das bis dahin freundliche Wetter schlägt um. Es regnet die ganze Nacht, was uns nicht weiter stört, weil wir in unserem Caddy trocken und warm schlafen.

Auf dem Jadebusendeich

Auf dem Jadebusendeich

  1. Juni

Wir frühstücken in einem Café in Varel. Auf holprigen Straßen gelangen wir nach Westerstede, wo uns eine mittelalterliche Backsteinkirche gefällt.

St.Petri-Kirche in Westerstede

St.Petri-Kirche in Westerstede

Von hier geht es auf der Autobahn über die holländische Grenze bis nach Amsterdam. Unterwegs zwingen uns Wolkenbrüche immer wieder zu langsamer Fahrt. In Amsterdam finden wir einen ruhig und zentral gelegenen Zeltplatz (Vliegenbos), der uns in jeder Hinsicht gefällt.

Fußgängerfähre Amsterdam

Fußgängerfähre Amsterdam

Von hier gelangen wir in zwanzig Minuten zu einer Personenfähre, die uns direkt am Hauptbahnhof absetzt.

Amsterdam-Panorama mit Central Station

Amsterdam-Panorama mit Central Station

Hier tobt das Leben! Menschen aller Herren Länder strömen durch die Gassen. Die meisten sind mit dem Fahrrad unterwegs. Tausende Räder sind in Parkhäusern angeschlossen.

Fahrradparkhaus

Fahrradparkhaus

Auffällig ist, dass in diesem Radfahrerland kaum jemand mit Helm unterwegs ist, trotz der rasanten Fahrweise der Allermeisten. Wir stillen unseren Hunger in einem China Restaurant, schlendern zum Dam. Anders als bei früheren Besuchen drängen sich hier keine Touristen mehr, kein Haschischgeruch mehr zu schnuppern!

14.Juni

Am nächsten Morgen haben wir noch für einen Besuch der World Press Photo Exhibition 2016 in der Nieuwe Kerk Zeit. Es ist eine Erinnerung an den Besuch in Amsterdam im Jahr 1974, als wir gleichfalls diese Ausstellung besuchten. Waren es damals nur schwarzweiße Papierfotos , sind heute viele audiovisuelle Medien vorhanden. In erschütternder Weise sind die von Krieg, Gewalt und Elend beherrschten Bilder die Gleichen geblieben, und es wird noch einmal das Ausmaß der Flüchtlingskatastrophe der vergangenen Jahre bildhaft vor Augen geführt.

Mit der Stena Britanica Richtung England

Mit der Stena Britanica Richtung England

Bis Hoek van Holland sind wir nur eine Stunde unterwegs. Bevor wir unsere Ausweise zücken können, werde ich am Terminal der Englandfähre mit „Hallo, Herr Barre!“ begrüßt. Die Dame hat uns am Autokennzeichen erkannt! Die Stena Britanica ist ein riesenhaftes Schiff. Nachdem wir unser Auto auf Deck3 abgestellt haben, spielt sich der Rest auf Deck9 ab. Die teuer gebuchten Komfortsessel erweisen sich als Flop, ein kleiner, klimatisierter Raum, wo man nach Belieben Getränke konsumieren kann und Zeitungen lesen. Wir halten uns lieber auf dem Sonnendeck auf, es ist windgeschützt und man hat einen tollen Blick auf den dicht befahrenen englischen Kanal. Die Reise dauert wegen der Zeitumstellung eine Stunde länger als erwartet. Nach sechseinhalb Stunden kommen wir in Harwich an. Erster Schreck: unser Navi, das überall auf dem Kontinent funktioniert, erfasst nicht Großbritannien! So müssen wir uns mit einer großmaßstäbigen Karte quälen, und verfahren uns auf dem Weg zum ersten Zeltplatz mehrfach. Der schließlich gefundene Platz ist mit Schranke verriegelt und mit Verbotsschildern dekoriert. Den nächsten finden wir dank schlechter Beschreibung gar nicht, und stellen uns an den Rand eines Golfplatzes.

16.Juni

Streng bewachtes Trinity College

Streng bewachtes Trinity College

Der erquickende Schlaf endet jäh, als noch vor 6 Uhr die ersten Golfer anreisen und ein Rasenmäher losknattert. So machen wir auf den Weg und frühstücken in der ersten Raststätte. Nach einer Fahrstunde in der hügeligen englischen Landschaft landen wir in Cambridge und parken einfach irgendwo. Wir haben Glück, denn nach wenigen Schritten sind wir mitten in der Altstadt mit ihren ehrwürdigen Colleges. Alles wirkt im positiven Sinne altmodisch und unaufgeregt. Die Colleges werden von anzugtragenden älteren Herren mit Hambog bewacht, die jeden unbefugten Zutritt zum King’s College,   Trinity College , St.John’s College freundlich aber unerbittlich verweigern.

Magdalena College

Magdalena College

Nur ins Magdalene College von 1428 werden wir eingelassen und können einen Blick in den mit Silber eingedeckten Speisesaal werfen, in dem täglich Candlelight Dinners eingenommen werden. Es lebe die Tradition!

Speisesaal

Speisesaal

DSCN2586Das sichere Fahren im Linksverkehr scheint zunächst kein Problem, bis mir direkt nach einem Rechtsabbiegen ein Auto auf der „falschen“ Seite entgegen kommt! Ein schnelles Bremsmanöver am rechten Fahrbahnrand und eine schnelle Reaktion der entgegen kommenden Fahrerin verhindern einen Crash. Die aber nimmt es mit Humor. Die englischen Hauptverkehrsstraßen sind durchgängig vierspurig, aber wegen der vielen Roundabouts kommt man nicht so schnell voran. Bei Leicester biegen wir auf den Motorway M6, doch leider Richtung Süden. Erst nach 25 km kommt die nächste Ausfahrt, ein ärgerlicher Zeitverlust.

Liverpool Skyline von Birkenhead betrachtet

Liverpool Skyline von Birkenhead betrachtet

Auf den letzten Meilen vor Liverpool Birkenhead halten wir angestrengt nach dem auf den Verkehrsschildern angekündigten Zeltplatz Ausschau: es gibt ihn nicht! So lernen wir beide kostenpflichtige Tunnels unter den River Mersey kennen, bevor wir am Dock der Belfastfähre stehen. Kurz entschlossen entscheiden wir, unsere Buchung auf die Nachtfähre vor zu verlegen und mieten eine Innenkabine an Bord.

17.Juni

So kommen wir 12 Stunden früher als geplant in Nordirland an und haben viel Zeit, uns in Belfast umzusehen. Dazu erst mal ein kräftiges Frühstück (sie Porridge, er Bacon and Eggs). Wir schauen uns die viktorianische City Hall mit einer mürrisch blickenden Queenstatue davor. Im Inneren viel freundlicher. Dann machen wir uns auf die Suche nach der Peace Line, die bei den blutigen Auseinandersetzungen das katholische Viertel vom protestantischen Teil an trennte. Nach längerem Suchen finden wir sie: eine hässliche fast 10m hohe Wellblechwand, bis heute unüberwindlich. Da scheint viel unbewältigte Vergangenheit zu liegen, wenn man bedenkt, wie schnell die Berliner Mauer verschwunden ist! Für den Rückweg benutzen wir eines der uralten Cabs, in denen man sich gegenüber sitzen kann. Dann gegeben wir uns auf den Causeway, die Straße, die direkt an der Küste den Norden umrundet.

Nordirische Küste

Nordirische Küste

Nicht nur der Blick auf die irische See ist fantastisch, auch die abwechslungsreiche Landschaft mit den steil ins Meer stürzenden Klippen ist gigantisch. Das Wetter ist auch abwechslungsreich. Durch die windzerfetzten Wolken schaut immer wieder die Sonne hervor, unterbrochen von kräftigen Schauern. Am Spätnachmittag erreichen wir Bushmills, doch der allzu sterile Zeltplatz sagt uns nicht zu. So fahren wir einige Meilen zurück nach Glenmore, einem von einem Ehepaar geführten Restaurant mit umgebenden großen Zeltplatz, der überwiegend von Anglern aus der Region genutzt wird. Wir finden einen guten windgeschützten Standplatz und kochen Penne mit Basilikumsauce in einem 500 ml Trangia-Töpfchen. Dazu probieren wir erstmals das Tischchen in der Mitte der Liegefläche, und siehe: es klappt! Wir sitzen bequem, werden satt und haben nichts verkleckert.

  1. Juni
Mit der Fähre zum Rathlin Island

Mit der Fähre zum Rathlin Island

Am nächsten Morgen ist es warm und sonnig, perfektes Wetter für einen Besuch des Rathlin Island, das vom nahe gelegenen Ballycastle mit einer kleinen Autofähre in etwa 40 Minuten erreicht ist. Bei kräftigem Wind dümpelt das Bötchen ordentlich und sorgt für Gischtspritzer. Der Inselhafen liegt am Innenknick des L, das das Inselprofil bildet. Ein Bus wartet auf uns und bringt uns an die Ostspitze.

Vogelfelsen

Vogelfelsen

Dort befindet sich in großer Höhe ein Leuchtturm, zu dem man über viele Stufen herabsteigen kann und ein Vogelfelsen, der von Abertausenden von Seevögeln bewohnt wird. Die meisten fliegen kreuz und quer über den Wellen, sitzen am Fuß des Felsens oder brüten in den Felsvorsprüngen und Ritzen. Aus der Höhe lassen sie sich schwer unterscheiden, aber es gibt Spektive, die von den begeisterten jungen Freiwilligen zur Verfügung gestellt werden.

Die mit den orangen Füßen sind die Papageitaucher

Die mit den orangen Füßen sind die Papageitaucher

Auf den braunen oder grasbewachsen Böden kann man sie nun gut erkennen: die bunten Papageitaucher mit den knallrosa Füßen, die zu finden Dorothea wichtigstes Reiseziel war, die Tordalken und Trottellummen, die auf den Felsen sitzen und die Luft füllen, und die Eissturmvögel. Wir beschließen, auf dem Rückweg zum Hafen auf den Bus zu verzichten und laufen die 6 km mit kräftigem Rückenwind , bergauf und bergab und in warmer Sonne zurück. Die üppige Flora mit Hahnenfuß und vielen Orchideen ist begeisternd. Abends speisen wir im Glenmore Restaurant. Die Forelle gibt es nicht, weil der Hausherr noch nicht vom Angeln zurück ist. Aber Lammkotelets sind auch lecker.

  1. Juni
Carrick-a-rede Hängebrücke

Carrick-a-rede Hängebrücke

Auf dem Weg nach Westen kommen wir nach kurzer Fahrt zur Carrick-a-Rede Hängebrücke. Der mit Dutzenden Fahrzeugen gefüllte Parkplatz zeigt, dass es sich um eine ganz besondere Sehenswürdigkeit handelt. Ein schmaler Fußweg führt entlang der Felsen zu einer 20m langen Hängebrücke, die einen Felsen mit dem Land verbindet, angeblich nichts für Leute mit Höhenangst.

Carrick-a-Rede mit Blick auf Rathlin Island

Carrick-a-Rede mit Blick auf Rathlin Island

Da sich der Publikumsverkehr vor der Brücke staut, verzichten wir auf den Nervenkitzel und kehren auf einem Rundweg zum Parkplatz zurück, laufen stattdessen westwärts zu den Felsen hinunter, wo wir ganz allein sind und einen wunderbaren Blick haben. Die klare Sicht reicht bis zur schottischen Küste, die sich entlang des Horizonts erstreckt.

Kleinkunst in Carrick-a-Rede

Kleinkunst in Carrick-a-Rede

Gute Stimmung beim Whisky Festival

Gute Stimmung beim Whisky Festival

Wenige Kilometer weiter in Bushmills wird heute das Whiskyfest gefeiert. Die Hauptstraße ist gesperrt, es gibt viele Buden und viel Musik, leider hauptsächlich aus der Konserve. Wir nutzen die Gelegenheit zu einem Besuch der Destillerie, wo angeblich der älteste legale Whisky weltweit gebrannt wird. Wir werden von einem sehr sympathischen jungen Mann durch die weitläufige Anlage geführt und bekommen alles so gut erklärt, dass wir uns wie Experten fühlen. Natürlich endet das Ganze mit einer Verkostung, wobei wir einen 12 Jahre alten und einen mit Honig verfeinerten Whisky probieren. Sehr lecker! Leider verpassen wir den legendären Giants Causeway, eine 16 km lange Wanderung von Bushmills nach Carrick-a-Rede, die wir uns eigentlich nicht entgehen lassen wollten.

Bushmills Destillery

Bushmills Destillery

Doch als wir an der spektakulären Ruine von Danluce Castle ankommen, ist es zu spät zum Umkehren.

Ruine von Dunlace Cestle

Ruine von Dunlace Cestle

Die Nacht verbringen wir auf einem Reiterhof mit sehr guter Ausstattung und einer herzlichen Besitzerin.

  1. Juni
Mauerbilder in Londonderry

Mauerbilder in Londonderry

Nach einer halben Fahrstunde erreichen wir Londonderry. Die schön gelegene Stadt ist an diesem Sonntagmorgen wie ausgestorben. Vom mittelalterlichen Zentrum mit einer imposanten Stadtmauer gehen wir zum Ort des Geschehens am „Blutsonntag“, als ein unbewaffneter Protestzug von einer Einheit der britischen Armee niedergemetzelt wurde. An die zumeist jugendlichen Opfer wird mit großformatigen Mauerbildern erinnert. Dann finden wir doch ein offenes Café, in dem leckerer Kuchen serviert wird.

Café in Londonderry

Café in Londonderry

Ein kurzes Stück weiter passieren wir die Grenze zur Republik Irland, ohne dass ein Hinweis darauf erfolgt. Nur dass alle Schilder jetzt zweisprachig sind (gälisch und englisch). Kaum vorstellbar, dass dies zu einer EU – Außengrenze wird, falls die Briten am nächsten Donnerstag für “Leave“ votieren. Wir sind jetzt im Donegal County, und haben den namengebenden Ort schnell erreicht. Ein auf der Karte eingetragener Zeltplatz ist unauffindbar.

Strand am St. John's Point

Strand am St. John’s Point

So fahren wir weiter westwärts entlang der felsigen Küste, bis wir am Ende einer Kilometer langen Landzunge St. Johnspoint ankommen, die zum Übernachten einlädt, unmittelbar an einem kleinen Strand und umgeben von Dünen und Rinderweiden, über denen man den Gischt von der Luvseite hochspritzen sieht. Außer uns übernachtet noch ein nettes französisches Ehepaar in einem Minivan.

  1. Juni
Hafen von Killybegs

Hafen von Killybegs

Der Tag beginnt mit einem üppigen Frühstück im Tarahotel direkt am Hafen von Killybegs. Weiter geht es auf schmaler Küstenstraße zum Slieve League, den höchsten Klippen Europas. Von einem Parkplatz läuft man auf befestigtem Weg zu einem Imbiss. Wir sind mit Regenjacke und -hose auf schlechtes Wetter eingestellt, doch je näher wir den Klippen kommen, desto mehr ziehen sich die Wolken zurück und geben den Blick auf die Spitze frei, zu der ein aus Steinplatten gebauter Pfad führt.

Der Slieve League zeigt sich unter Wolken

Der Slieve League zeigt sich unter Wolken

Ein schönes Naturerlebnis! Dann geht es zurück über Donegal nach Sligo, wo wir im Strandbad Strandhill den direkt am Ufer liegenden Zeltplatz aufsuchen. Das Meer ist zum Baden ungeeignet, aber wegen der atlantischen Brandung ein Eldorado für Surfer, die über Webcams über die aktuelle Lage informiert werden und gegebenenfalls spontan aus der Umgebung anreisen. In den Dünen kann man wunderbar spazieren gehen. Abends in der Kneipe herrscht Hochbetrieb wegen der Fußball EM.

  1. Juni

Sligo ist ein sehr nettes Städtchen mit vielen kleinen Geschäften. Außerdem huldigt die Stadt ihrem größten Sohn, dem Dichter und Nobelpreistrâger William Butler Yeats, der auch hier begraben wurde. In einem Gemüseladen kaufen wir die Zutaten für unser abendliches Risotto, und bekommen Tipps für Brot, Kaffee und Wein.

Megalithgrab in Carrowmore

Megalithgrab in Carrowmore

Auf dem Rückweg besuchen wir die ausgedehnte megalithische Grabanlage von Carrowmore, die etwa 60 Steinkreise, Ganggräber und Dolmen enthält. Früher waren diese mit Erde bedeckt. Deshalb hat man eines der Gräber im Originalzustand restauriert.

  1. Juni

Bevor wir uns auf den Weg ins Landesinnere Richtung Dublin machen, besuchen wir einen Ort, der sich als auffallend glatt gerundeter Hügel vom Zeltplatz aus zeigte.

Knocknarea- Blick auf die Sligobucht

Knocknarea- Blick auf die Sligobucht

Es handelt sich um Knocknarea, einen gut 300m hohen Hügel aus Kalkstein, auf dem sich Cairns (Felsgräberauschüttungen) befindet. Der höchste von ihnen wird – irrtümlich- als Grabstätte der sagenhaften Königin Maeve von Connacht angesehen.

Maeves Cairn auf Knocknarea

Maeves Cairn auf Knocknarea

Er ist 55m lang und 10 m hoch. Wir erreichen ihn nach einer knapp einstündigen Wanderung von einem Parkplatz aus. Der Blick auf den Atlantik und die vielfältige Küste ist – zumal bei dem guten Wetter – herrlich! Am Parkplatz stärken wir uns mit Crepes, bevor wir uns auf die Reise nach Osten machen. Sie führt über Boyle, Roscommon nach Athlone, wo wir auf einem Zeltplatz am Lough Ree Statio

Hochkreuz in Clonmacnois

Hochkreuz in Clonmacnois

n Athlone.

Gedränge vor Sean's Pub in Athlone

Gedränge vor Sean’s Pub in Athlone

Hier besuchen wir den Sean’s Pub, der als ältester Pub Irlands (AD 900) gilt. In der urigen Einrichtung ist auffällig, dass der mit Sägemehl abgestreute Fußboden abschüssig ist: sehr schlau, damit bei einer Überflutung das Wasser abfließen kann. Heute drängt sich hier vermutlich die ganze Bevölkerung der Stadt, um die Übertragung des EM-Spiels Irland-Frankreich zu erleben (das Irland 1:0 gewinnt!).

Sonnenbeleuchtete Shannonbrücke in Athlone

Sonnenbeleuchtete Shannonbrücke in Athlone

Auf dem Zeltplatz werden wir von einem Iren angesprochen, der von seinem ausgebauten Caddy maxi und den damit veranstalteten Reisen durch ganz Europa schwärmt. Inzwischen habe er ein größeres und besser ausgestattetes Wohnmobil, aber es sei nicht mehr das Gleiche!

  1. Juni

Heute geht es zu einem der wichtigsten irischen Kloster, dem Clonmacnois, das im 6. Jh von St. Ciàran gegründet wurde.

Gräberfeld an der Klosterruine

Gräberfeld an der Klosterruine

Heute sieht man die Ruinen der Kathedrale und von 6 Kirchen aus dem 10. bis 13. Jh, zwei Rundtürme und drei Hochkreuze, ferner unzählige Grabplatten. Es ist gerade eine deutsche Reisegruppe (lauter Rentner!) eingetroffen. So kommen wir in den Genuss einer deutschsprachigen audiovisuellen Präsentation. Auf der Weiterreise fallen uns ausgedehnte Torfabbauflächen auf.

Torfabbau

Torfabbau

Von hier aus wird offenbar der Gartenbedarf des Kontinents gedeckt. Außerdem deckt Irland wohl immer noch einen Großteil seines Energiebedarfs, insbesondere der Wohnraumheizung, durch Torfverbrennung. An die ökologischen Folgen darf man nicht denken.

Über die Autobahn M4 gelangen wir schnell nach Dublin. Ohne fremde Hilfe schaffen wir es aber nicht, den Zeltplatz im Stadtteil Clondalkin zu finden, aber ein netter Handwerker fährt mit seinem Auto voraus. Der Zeltplatz liegt direkt an der M5. Wir suchen uns den am weitesten abgelegenen Stellplatz. Hier ist der Verkehrslärm zum Glück erträglich. Mit dem Bus fahren wir in einer Dreiviertelstunde ins Zentrum der Stadt, die ungeheuer lebhaft ist.

Frisch gekürte Doktores im Trinity College

Frisch gekürte Doktores im Trinity College

Etwas ruhiger ist es im ehrwürdigen Trinity College, wo gerade eine Gruppe frisch gebackener Doktores sich feiern lässt. Das Gelände ist parkartig. Das wohl berühmteste Exponat ist das Book of Kells, eine bebilderten Evangelienausgabe aus dem 9. Jh, das in der Old Library ausgestellt ist. Zwei der vier Bände werden jeden Tag umgeblättert, so dass man viel Zeit braucht, um alle 340 Manuskripte anzuschauen.

Long Room in der Old Library

Long Room in der Old Library

Aber es lohnt den Besuch, ebenso des darüber gelegenen 65 m langen Long Room, in dem in zwei Etagen 200000 der ältesten Schriften des Landes bewahrt werden.

Noch ist nicht viel Betrieb in Temple Bar

Noch ist nicht viel Betrieb in Temple Bar

Nicht weit entfernt ist Temple Bar, das berühmte Kulturzentrum Dublins und vor allem nachts ein Treffpunkt aller Unterhaltung liebenden Dubliner und Touristen. Es gibt unüberschaubar viele Pubs und Bars, und aus allen geöffneten Türen schallt Livemusik, viele Solokünstler und Gruppen agieren auch auf offener Straße. Wir stärken uns erstmal mit Fish`n Chips, worauf noch viele Pints Kelkennies und etliche Jameson Whiskys passen.

Jetzt füllen sich die Pubs

Jetzt füllen sich die Pubs

Die Pubs sind dicht gefüllt und man muss schon Glück haben, um einen Sitzplatz zu ergattern. Es bringt richtig Spaß, den Musikern zuzuschauen, die das Publikum zu Begeisterungsstürmen anfachen. Es sind immer zwei oder drei, die Instrumente und der Stil sind sehr vielfältig: Gitarre und Geige, Akkordeon und Banjo, um nur einige zu nennen. Man könnte viele Stunden herumziehend zubringen, aber die Rückfahrtzeiten des Busses setzt ein Limit.

  1. Juni

Heute haben wir einen ganzen Tag Zeit für Dublin. Wir beginnen mit dem National Museum, das in einem eher tristen Gebäudekomplex im Westen des Zentrums, den Collin Baracks, untergebracht ist. Dorothea entscheidet sich für die Ausstellung Decorative Arts and History. Ich schaue mir die Soldiers and Chiefs Exhibition an, von der ich ein tieferes Verständnis für die wechselvolles Geschichte des Landes erwarte. So recht komme ich nicht auf meine Kosten, da der Fokus allzu sehr auf das Militärische gesetzt ist, und der geschichtliche Faden nicht hinreichend klar gezogen ist. Sehr interessant ist die Sonderausstellung, die zum Jubiläum des Osteraufstandes 1916 eingerichtet wurde, der von einer Gruppe militärisch unerfahrener Künstler und Schriftsteller, Männern und Frauen initiiert wurde. Diese hatten vergeblich versucht, die deutsche Regierung um militärische Unterstützung anzugehen, die sich mit dem Empire im Kriegszustand befanden. Aber außer ein paar Gewehre bekamen sie nichts, und der Aufstand wurde nach wenigen Tagen niedergeworfen. Die Rädelsführer, lauter junge Männer wurden allesamt hingerichtet. Man kann schon nachvollziehen, warum die Iren bis heute nicht so gut auf ihre Nachbarn zu sprechen sind.

Führung im Little Museum

Führung im Little Museum

Nachmittags machen wir eine längere Wanderung durch die Innenstadt. Bedauerlich ist gewaltige Verkehrsaufkommen, das durch den PKW-Verkehr hervorgerufen wird. Pausenlos wälzen sich endlose Kolonnen durch alle Innenstadtstraßen, für Fußgänger gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten und die Wartezeiten an den Ampeln sind immens. Als Ziel haben wir die Graffon Str gewählt, um unsere Mitbringselkäufe zu erledigen. Diese Straße ist zwar nur für Fußgänger, aber ansonsten ist sie genau so trostlos und langweilig wie alle Einkaufstraßen. Das Little Museum am Stephan‘s Green ist zwar gerade am Schließen, aber man verspricht uns eine Führung für den Samstag Vormittag. Abends landen wir wieder im Temple Bar, wo der Bär tanzt.

  1. Juni

Heute ist Abreisetag, aber da die Fähre erst abends fährt, haben wir noch viel Zeit für Dublin. Die Anreise in die Innenstadt mit eigenem Auto klappt überraschend gut, und wir finden erfreulich schnell einen Parkplatz. Die Gebühren sind zwar heftig, und die Kontrollen rigoros (Reifenblockierung!), aber dafür sind wir schnell vor Ort. Das Little Museum hält was es verspricht: Nur zwei Räume vollgestopft mit Bildern und Objekten, und eine absolut kurzweilige Führung durch eine witzige Frau.

Das Gärtnerhaus im Stephen's Green - Widerstandsnest beim Osteraufstand

Das Gärtnerhaus im Stephen’s Green – Widerstandsnest beim Osteraufstand

Eingeschlossen ist eine Führung durch den Stephen’s Green durch einen ebenso eloquenten jungen Mann, der sehr spannend vom Osteraufstand 1916 erzählt, der hier seinen Ausgangspunkt nahm. In diesem Park ist viel Leben. Wir haben das Glück, Zeuge einer Menschenpyramide zu werden, die sich behende über 4 Etagen aufbaut: Unten die großen Dicken, oben die keinen Dünnen!

Ein Menschenturm

Ein Menschenturm

Nachmittags haben wir nur noch ein Ziel: das Dublin Writers Museum, doch der Weg dorthin gestaltet sich schwierig. Wir verfügen zwar über einen kleinen Stadtplan (von der Touristeninfo), aber während der Anfahrt wird gerade die gesamte Innenstadt wegen eines Festivals abgeriegelt. So kommen wir nur stockend voran und müssen immer größere Umwege machen, so dass wir bald außerhalb der Innenstadt unseres Plan sind. Aber mit unserem angeborenen Orientierungssinn und etwas Glück erreichen wir das Objekt unserer Begierde innerhalb der Öffnungszeiten. Irland hat, gemessen an seiner kleinen Einwohnerzahl eine Vielzahl von bedeutenden Schriftstellern hervorgebracht, und deren Leben und Werk ist hier schön dokumentiert.

Yeatsskulpzut von Henry Moore im Stephen's Green

Yeatsskulpzut von Henry Moore im Stephen’s Green

James Joyce, Samuel Becket, Oscar Wilde, William Butler Yeats, um nur einige zu nennen. Die Gegend, in der das Museum liegt, hat einen ganz anderen Charakter als die Innenstadt: Ohne monumentale Architektur, in schlichter aber solider Bauweise deutet sie auf das Irland hin, das es bis vor wenigen Jahrzehnten war: bitterarm!

Auch zum Fährhafen müssen wir uns ohne Ortskenntnis durchtasten. Obwohl nur wenige Schilder darauf hinweisen, zumal wir gar nicht wissen, in welchem Teil des riesigen Hafengebiets der Ableger für die Englandfähre liegt. Aber es gelingt überraschend schnell, und so stehen wir viel zu früh, als erste vor dem noch geschlossenen Ableger.

Abschied von Irland- Leuchtturm in der Hafenausfahrt von Dublin

Abschied von Irland- Leuchtturm in der Hafenausfahrt von Dublin

Diesmal haben wir die kürzeste Route ausgesucht: von Dublin nach Holyhead, dem Westzipfel Englands, der in dreieinhalb Stunden erreicht ist. Um 23.30 Uhr legen wir an und versuchen nur noch einen passenden Stellplatz für die Übernachtung zu finden. Das ist ein Parkplatz direkt am Strand, der nur von ein paar Anglern frequentiert wird, zu denen sich am Morgen die Hundebesitzer gesellen.

  1. Juni

Für den heutigen Tag haben wir eigentlich keinen Plan! Wir haben einen Fährplatz für Dienstagmorgen gebucht, hätten also noch zwei Übernachtungen. So fahren wir einfach los. Der Beginn der Fahrt führt durch das nördliche Wales, das durch seine wunderschöne Gebirgslandschaft besticht. Die Straßen sind klein und durch allerlei Ausflugsverkehr recht belebt.

Schiffsverkehr am Pontsysyllte Aqueduct

Schiffsverkehr am Pontsysyllte Aqueduct

Da die Engländer begeisterte Radler sind, für die man aber, anders als in Deutschland, keine Radwege gebaut hat, kommen wir nur recht gemächlich voran. Faszinierend sind die in walisischer Sprache verfassten Straßenschilder. Diese Sprache scheint zu einer Zeit verschriftlich worden zu sein, als Vokale unbezahlbar waren. Jedenfalls kommen sie weitgehend ohne aus – bestenfalls ein paar y – dafür aber eine Konsonantenanhäufung, z.B. mit dd beginnend, die die unaussprechlichsten Wortmonster hervorbringt. Aber man kann es aussprechen, die walisischen Radiosender klingen ganz normal unverständlich.

Aquädukt über den River Deel

Aquädukt über den River Deel

Eher zufällig machen wir unsere erste Pause an einem Aquädukt, dem Pontsysyllte Aqueduct, das zu Beginn der industriellen Revolution errichtet wurde, um Industrieprodukte wie Tücher und Rohstoffe in und von den Industriezentren bringen zu können. Der Wasserlauf ist nur 2 bis 3 Meter breit, überbrückt aber Täler und Flüsse in großer Höhe, und diente bis in die Fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts dem Warenverkehr. Heute kann man die langen schmalen Boote, die früher mit Pferden getreidelt wurden, mieten und in aller Ruhe Freizeitkapitän spielen.

Handbetrieb an der Zugbrücke

Handbetrieb an der Zugbrücke

Für die Zugbrücken ist eine Handkurbel an Bord, da bringt schon das Zugucken Spaß! In Asherstone finden wir ein gemütliches Restaurant, das uns trotz Massenandrangs durstiger Männerkehlen zuvorkommend bedient. Damit endet aber leider der gemütliche Teil unserer Fahrt. Ab Shrewsbury kommen wir in das industrielle Zentrum Englands und sind bis zum Abend beschäftigt, uns da durch zu quälen. Obwohl vierspurig, kommt man auf den Motorways schlecht voran, weil alle paar Kilometer ein Roundabout kommt. Jeder bedeutet Stress. Beim Reinfahren nach rechts gucken, kommt jemand? Im Kreisel sind mehrere Spuren, fahre ich links oder rechts? Und die richtige Ausfahrt finden, kein einfaches Ding, weil die Ausfahrten zahlreich sind und die Beschilderung mangelhaft! Rechtzeitig von rechts auf links blinken umstellen, sonst gibt wütendes Gehupe, das die sonst so höflichen Engländer von einer ganz unangenehmen Weise zeigt. Wobei das schlimmste Problem der tote Winkel ist, den Autos mit Linkssteuerung im Linksverkehr haben, und der trotz Spiegelglotzens und Umdrehens mehrfach zum Beinahecrash geführt hat. Zur Krise kommt es, wenn offensichtliche Abfahrten offensichtlich nicht vorhanden sind, zum Beispiel, wenn man bei Coventry von der M1 auf die M6 Richtung Kettering abfahren will. Fällt aus wegen is nicht, und das macht aus dem sonst eher gelassenen Schreiber dieses Textes ein wütendes Monster, das von seiner besseren Hälfte nur mühsam zu zivilisiertem Verhalten gezügelt werden kann.

Trotzdem kommen wir unversehrt am Abend in Harwich an, und reihen uns in die Schlange am Stenaableger ein. Wir haben Glück: obwohl unsere bebuchte Färe erst am Dienstag fährt, bekommen wir einen Platz auf der Abendfähre nach Hoek van Holland. Und eine Kabine, um sich von dem langen Tag zu erholen. Vor dem Abendessen gebe ich der geduldigsten aller Ehefrauen einen Schnaps aus.

  1. Juni

Praktischerweise kommt die Fähre um 8 Uhr morgens an, und wir haben viel Zeit für die Heimfahrt. Die ersten hundert Kilometer sind anstrengend, weil trotz acht Fahrspuren die Verkehrsdichte erdrückend ist, und die vielen Autobahnkreuze sind nur dank Navi (sic!) richtig zu befahren. Aber dank einer klugen situationsabhängigen Geschwindigkeitsregelung kommen wir ohne Stau voran. Den Rest der Reise ab Osnabrück auf der A1 kennt unser Auto allein. In Kaltenkirchen gibt es einen Tee bei Julia und unseren Enkelkindern, und gegen 18 Uhr sind wir in unserem total zugewucherten Garten wieder dahoim.

Fazit: Schönes Irland, nette Iren, gutes Auto, tolles Team. Das nächste Mal gerne ein paar Grad wärmer (Badehose blieb trocken), möglichst nicht mit Auto durch England (und wenn nur mit funktionierendem Navi). Reiselust erstmal befriedigt, aber: Wi bliv op Tuur!

 

 

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2 Kommentare

  1. Peter said,

    Hi Axel, sitzen gerade beim Frühstück tolle Reisebeschreibung, wir vermissen das Bild vom einklappbaren Unisexurinal!

  2. Annemarie Gallin said,

    Hi Axel, bin mit der Fahrbeschreibung wieder sehr zufrieden. Beneide Euch
    beide, habe mit Peter viele deiner Orte auch besucht, leider mit Schiff, damit weniger Zeit für die vielen Sehenwürdigkeiten. Gruß Annusch

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