Strandurlaub in Goa

November 20, 2013 at 5:41 am (Uncategorized)

Am Strand von Palolem

Am Strand von Palolem

Heute (Montag,4.November) sind wir schon drei Tage in Palolem, und es gefällt uns immer noch sehr gut. Morgens laufe ich ich an der gut zwei Kilometer langen Badebucht hin und her, und es kommt das erste von vielen Bädern im Meer. Die Wellen kommen rhythmisch. Nach vier oder fünf Wellen folgt eine Pause von vielleicht zwei Minuten, bis die nächste Serie kommt. Dabei sind gerade bei Hochwasser die Brandungswellen so stark, dass man sich von ihnen ans Ufer spülen lassen kann. Das so ruhig anmutende Arabische Meer ist wohl ziemlich gefährlich. Am Samstag sind am Nachbarstrand mehrere Menschen bei dem Versuch, ein Kind zu retten, ertrunken, und das ist keine Seltenheit. Hier wird der Strand den ganzen Tag von einem Strandposten stark bewacht und ein Motorjet patroulliert in Ufernähe. Wenn man ein wenig heraus schwimmt, merkt man die starke Unterströmung und hört die Pfeife der Badeaufsicht, die aufpasst, dass man sich nicht in Gefahr begibt. Das Frühstücksangebot unseres Restaurants ist vielfältig. Ich liebe das Früchtemüsli mit Yoghurt. Den Tag verbringen wir mit Schlafen – geht auch tagsüber! -, Schmökern, und Bummeln in der Strandstraße, in der es alles Mögliche und Unmögliche zu kaufen gibt. Besonders reizvoll sind die Gewürz- und Teestände, an denen wir leider nur schnuppern können, da wir nicht Überflüssiges mitschleppen wollen. Ansonsten würde man den ganzen Tag einkaufen, Klamotten, Lederwaren, Musikinstrumente – alles kostet weniger als ein Zehntel, als man in Europa dafür zahlen würde. Am Strand wird man ständig von den Besitzern von Einbaumbooten angesprochen.P1050188 Am Sonntag Spätnachmittag machen wir eine kleine Vogelbeobachtungsfahrt in einem stillen Strandzufluss. Unser Schipper stakt das Boot, so dass keine Störung der Vögel eintritt. So kommen wir nahe an Eisvögel heran, die im flachen Flusswasser jagen. Ansonsten gibt es Lemikolen, Kormorane und Greife, die Dorothea als Schlangenmilane identifiziert. P1050195Aufregend wird es, als eine Gruppe von Männern, die im Flachwasser arbeiten, uns auf eine Kobra hinweisen, die in einem Baum hängt. Einer schlägt das gut zwei Meter lange dünne Tier herunter, und versucht, es mit Stockhieben zu erschlagen. Entweder zielt er schlecht, oder so eine Kobra ist extrem zäh. Jedenfalls hört sie nicht auf, sich zu bewegen.
Am Montagmorgen stehen wir schon früh auf, um eine „Dolphin“-Tour zu erleben. Fabia ist mit dabei, Johannes ist leider krank, so dass Lisa und er ausfallen. Uns wurde „no dolphin-no pay“ versprochen. Aber schon nach fünf Minuten Motorbootfahrt tauchen die ersten Tiere aus dem Wasser auf und lassen sich durch die Motorgeräusche nicht vertreiben. Leider erweist sich mein Fotoapparat als für Delphine völlig ungeeignet: Bevor der Auslöser klickt, sind sie schon wieder abgetaucht. Trotzdem sind wir mit unseren zahlreichen Sichtungen sehr zufrieden und wollen diese gut einstündige Tour gerne noch einmal machen.P1050244
Abends genießen wir das sehr individuell für uns zubereitete Essen unseres immer freundlichen Kochs Lal, der von 7 Uhr morgens bis 10 Uhr abends seine wenigen Gäste versorgt. Sonntag abend lernen wir John, einen sehr stillen Norweger aus Oslo kennen, und Kris, einen kauzigen Schweden aus Stockholm. Beide sind berentet und verbringen unabhängig von einander hier den Winter. Außerdem treffen zwei Neuseeländerinnen ein. Sie kommen aus Christchurch, wo unsere erste Weltreise endete.
Am Montag entdecken wir am anderen Ende des Orts eine von zwei Nepalesen betriebene German Bakery, die außer deutschen Backwaren gutes Essen anbietet. Es herrscht eine wunderbar freundliche ruhige Atmosphäre, so dass wir abends über den Strand gleich noch einmal herkommen. Das Essen ist wunderbar, es gibt Wein zu trinken und wir essen zusammen mit Ariel, einem Berliner Taxifahrer, der zum wiederholten Male hier den Winter zubringt.
Am Dienstag (5. November) nehmen wir an einem indischen Kochkurs teil, der von Krishna, einem witzigen schlitzohrigen, gut Englisch sprechenden Inder, der auch Yogakurse macht, durchgeführt wird. Er hat mehrere Geschäfte, unter andere den Bookshop in Palolem und ist mit einer Deutschen, Susanna, verheiratet. Wir werden mit einer Rikscha nach Agonda, dem Nachbarstrand gebracht. Außer uns nimmt noch Philipp teil.

Kochkurs mit Krishna

Kochkurs mit Krishna

Er hat sein Studium in Kiel geschmissen und lebt ansonsten als professioneller Internet-Pokerspieler offenbar sehr erfolgreich in Barcelona. Krishna hat zwei junge Frauen als Helferinnen angeheuert, die uns helfen, die Zutaten zuzubereiten, im Wesentlichen Zwiebeln und Tomaten fein hacken und Teig kneten. Das Besondere sind natürlich die verschiedenen indischen Gewürze, Kardamom, Koriander, Kumin, Garam Marsala, Knoblauch, Ingwer, Paneerkäse, Senfsaat, Cashewkerne, Curryblätter, Chillypulver, Linsen. Wir lernen die Zubereitung von Samosa (gefüllten Teigtaschen), Malai kofta (Käseklöße), Käse-Knoblauch-Naan (Brot), Dal fry (ein sehr typisches Linsengericht), vegetarische Biryani und Kokosnuss-Chutney. Alles wird in Öl gesotten und warm verzehrt. Natürlich viel zu viel (bei der Wärme), aber sehr lecker! Abends mit Chris, der sehr gut Gitarre spielt und Oldies singt, und John auf der Terrasse. Beide sind humorvoll und frozzeln miteinander.
Am Mittwoch, 6.November, miete ich einen Motorroller. Es geht völlig ohne Formalitäten und kostet nur 2,50€ pro Tag. Beim Fahren muss ich mich sehr konzentrieren, denn außer dem Linksverkehr ist das Gewusel auf den Straßen gewöhnungsbedürftig. Als erstes fahre ich in den Nachbarort, weil es dort Geldautomaten gibt. Keiner spuckt auch nur eine einzige Rupie aus. Wir verwerfen den Plan, in ein Wildschutzgebiet zu fahren, weil es nach Karte viel weiter von Palolem entfernt ist, als im Lonely Planet angegeben. Abends kaufen im Reisebüro Eisenbahnkarten nach Trivandrum in Kerala am nächsten Montag, wider Erwarten ganz ohne Probleme.
Am Donnerstag (7.November) fragen wir Chris beim Frühstück, ob er uns einen guten Strand empfehlen könne. Er bietet uns an, uns dorthin zu führen, wo er viele seiner Tage verbringt. So fahren wir auf unseren Zweirädern zum knapp eine halbe Stunde entfernten Takonda Beach und sind total begeistert.

Takonda Beach

Takonda Beach

Ein völlig leerer breiter Sandstrand mit vielen Wellen und einem kleinen Restaurant, wo wir einige Stunden im Schatten hochgewachsener Kiefern verbringen. Chris beschäftigt sich mit Holzschnitzen. Aus Kiefernholz schnitzt er Riesenmoskitos, die er offenbar in Schweden sehr gut verkaufen kann. Außerdem sammelt er am Strand bunte Kunststoffabfälle wie PET-Flaschendeckel. Wenn er genug zusammen hat, will er sie aneinanderknüpfen und zu irgend einem Kunstobjekt gestalten. Er ist sehr phantasievoll. Dorothea kauft ihm einen handgeschnitzten Ohrring ab. Nachmittags fahren wir noch einige Kilometer weiter zu einem weiteren völlig leeren Strand, der Schutzgebiet von Meeresschildkröten ist. Ihre Gelege werden durch Zäune geschützt.
Es gefällt uns so gut an diesem Strand,dass wir noch zwei weitere Male dort hinfahren. Dort lernen wir auch Björn, einen schwedischen Freunde von Chris,und seine iranische Frau Faroush kennen. Ganz tolle Leute, mit denen wir uns auf Anhieb sehr gut verstehen. Wir unterhalten uns über unsere Iranerlebnisse, und sie berichten uns, dass sie schon öfter auf den Andamaninseln gewesen seien. Sie raten uns dringend, dorthin zu fliegen,weil eine Schiffsreise ein echter Horrortrip sein kann .
Am Samstag machen wir zum zweiten Mal eine Delphintour mit Johannes und Lisa. Am Sonntagabend verabschieden wir uns von ihnen in der German  Bakery und damit endet auch unser schöner Strandurlaub in Goa.

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3 Kommentare

  1. Sabine Giessner said,

    Das freut uns, dass es euch gut geht. Eure Postkarte ist auch schon angekommen. Vielen Dank! LG, S+R

  2. mariamahler35 said,

    Danke für diesen sehr interessanten Text. Habe ihn total gerne gelesen. Ein paar Bilder wären noch schön gewesen, dann kann man es sich immer besser vorstellen.

    Grüße aus München
    Maria

    • barreoptuur said,

      Danke für Ihre Rückmeldung! Die Bilder konnte ich wegen Computerproblemen während unserer Fahrt nicht einstellen. Das hole ich jetzt nach!
      Liebe Grüße
      Axel aus Kiel

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