Von Waihi Beach nach Wellington

März 22, 2010 at 8:16 am (Uncategorized)

6.3.
Morgens wandern wir auf einen Hügel, von dem aus wir einen weiten Blick auf den Pazifik
genießen. Direkt darunter beginnt der weiße Sandstrand.

Badevergnügen

Badevergnügen

Peter und ich baden in der starken Brandung. Dann geht die Fahrt weiter ins Landesinnere und wir kommen in eine vulkanige Region, in deren Zentrum die Stadt Rotorua liegt. Wenige Kilometer weiter in den Bergen im Whakarewarewa-Wald liegt der Blue Lake, ein Kratersee von gut einem Kilometer Durchmesser, an dem ein Zeltplatz mit allem Komfort und freundlicher Leitung. Nachmittags fahren wir noch einmal nach Rotorua, deren auffälligstes Merkmal die heißen Quellen sind, die alle paar Meter an den heißen Dämpfen und dem typischen Stinkbombengestank erkennbar sind. Der riesige See, an dem Roturoa liegt, enthält hell gefärbte Randbereiche, die durch die schwefelhaltigen Quellen beeinflusst sind. Die Stadt ist schon seit dem 14. Jahrhundert besiedelt und noch heute sind 37% der Bevölkerung Maori.
Nachbau eines Maori-Bootes in Roturoa

Nachbau eines Maori-Bootes in Roturoa

Das Stadtbild wird aber von den sehr gut erhaltenen britischen Bauten im Government Garden geprägt.
Schwarze Schwäne auf dem Rotoruasee

Schwarze Schwäne auf dem Rotoruasee

Auf dem Spaziergang entlang des Seeufers kommen wir an einem großen Fabrikgebäude vorbei, in dem gerade ein Maorifest stattfindet. Die meist jungen Menschen sind spürbar aufgeregt und gut gelaunt. Sie haben alle die typischen Tätowierungen, die Frauen nur am Kinn und an den Extremitäten, während bei den Männern zudem Gesicht, Rücken und Brust und am Auffälligsten der Hintern kunstvoll tätowiert und zur Schau gestellt sind.

7.3.
Wir spazieren durch den Whakarewarewa-Wald, der über 170 Baumarten enthält, die alle 1899 angepflanzt wurden, um zu sehen, welche . Baumart am Besten auf dem vulkanischen Boden
wächst. Besonders gut gedeihen hier Mammutbäume, die hier doppelt so schnell wachsen wie in
ihrer amerikanischen Heimat und in den gut 100 Jahren eine Höhe von 70 Metern erreicht
haben. Nachmittags laufe ich um den Blue Lake, ein wunderschöner Weg mit vielen Steigungen.
Abends werden wir von einem Bus zum Tamaki Maori Village abgeholt. Der Maori-Busfahrer ist
gleichzeitig unser Guide,ein humorvoller eloquenter Mann. Es werden an verschiedenen
Unterkünften noch weitere Gäste eingesammelt, bevor wir vollbesetzt zu dem ca 15km entfernten Dorf fahren. Unterwegs muss noch ein Häuptling gewählt werden, der seinen Stamm bei der Begegnung mit den Maorikriegern vertritt. Ich schlage Markus vor, werde aber vom Busfahrer selbst zum Häuptling ernannt, was von den Mitreisenden freundlich akzeptiert wird.

Chief mit Maorifrau

Chief mit Maorifrau

Am Dorf muss ich mich mit den Häuptlingen von drei anderen Bussen in einer Reihe aufstellen und die „Begrüßung“ durch die Maorikrieger ertragen. Vorher sind wir angewiesen worden, bei diesem Zeremoniell auf keinen Fall zu lächeln oder gar zu lachen oder die Maori zu imitieren, was offenbar sehr ernst genommen wird. Einige junge Krieger kommen in drohender Gebärde auf uns zu und versuchen uns durch wütendes Gebrüll, funkelnde Augen und furiose Grimassen einzuschüchtern, was wir ohne Gefühlsregung entgegenzunehmen haben. Nachdem akzeptiert wurde, dass wir in friedlicher Absicht kamen, werden unsere Stämme in das Dorf mit seinen hölzernen Bauten eingelassen.
tanzende Maoris

tanzende Maoris

Zuerst gibt es eine Musik- und Tanzveranstaltung, die mich von der Rhythmik stark an Lateinamerika erinnert. Die schwergewichtigen Frauen und Männer haben sehr gute Stimmen und so ist ihre Darbietung durchaus ein Genuss für Augen und Ohren. Dann genießen wir ein fantastisches Maori-„hangi“ (Essen), das aus einem opulenten Buffet mit mehreren Fleisch- und Fischgerichten und vielfältigen Gemüsen und Salaten besteht. Die uns bedienenden Frauen und Männer sind zuvorkommend und sehr gastfreundlich. Sie sprechen alle sehr gut Englisch, obwohl sie untereinander in ihrer Muttersprache sprechen. Auf der Rückfahrt muss ich meinen Stamm durch ein Lied aus meiner Heimat unterhalten, scheitere aber bei dem Versuch, „Abendstille überall“ als Kanon singen zu lassen. Auch die anderen im Bus vertretenen Nationen müssen ihr Land musikalisch vorstellen, und so hören wir – mehr oder minder schön – amerikanische, kanadische, australische und sogar ein mexikanisches Lied. Das Ganze ein nicht ganz billiges Touristenspektakel, das uns allen aber gut gefallen hat.

8.3.

Champagne Pool

Champagne Pool

Heute fahren wir durch eine durch Vulkanismus geprägte Landschaft zum Wai-o-Tapu Thermal Wonderland, einem ausgedehnten Gelände mit Sinterterrassen, dampfenden Erdhöhlen und vielen Tümpeln und Seen, deren Wasser durch die darin enthaltenen Stoffe alle möglichen Farben annimmt. Rot und Braun durch Eisen, Lila durch Jod, während der Schwefel gelbe und je nach Vermischung mit Arsen und Antimon grüne bzw orange Ablagerungen hinterlässt. Hindurch führt ein gut ausgebauter und beschilderter Rundweg.
Devils pool

Devils pool

Am Horizont sieht man den Kühlturm eines Geothermie-Kraftwerks, das einen erheblichen Anteil an NZ’s Energieversorgung deckt. Interessant ist auch ein Vulkanismus-Museum, in dem in einer kleinen Kammer ein Erdbeben der Stärke 7,5 auf der Richterskala simuliert wird, und das mit Videos über Naturkatastrophen vulkanischen Ursprungs informiert.
Rosengarten in Taupo

Rosengarten in Taupo

Die kleine Stadt Taupo liegt am größten See Neuseelands, der, wie sollte es anders sein, Relikt eines Vulkanausbruchs ist. Wir schauen uns einen idyllischen Rosengarten an. Danach fahren wir am Ostufer des Taupo-Sees entlang. Am südlichen Ende geht es wieder in die Berge.
Blick auf den Tauposee

Blick auf den Tauposee

Wir übernachten „wild“ auf einem spektakulären Aussichtspunkt, der uns nachts einen funkelnden Sternenhimmel bietet.

9.3.
Weiter geht die Reise zum Tongariro Nationalpark, einer bewaldeten Bergregion, aus der gewaltige Vulkankegel aufragen.

Vulkankegel im Tongariro-Nationalpark

Vulkankegel im Tongariro-Nationalpark

Vom Whakapapa Village machen wir eine dreistündige Wanderung entlang eines schnell fließenden Bachs, der immer wieder Stromschnellen verursacht. Kurz darauf gelangen wir südlich von Wanganui an die Westküste. In Koitiata, einem kleinen Nest abseits der Hauptstraße machen wir auf einem kleinen Zeltplatz Halt.
Lavastrand mit Schwemmholz

Lavastrand mit Schwemmholz

Der Strand ist nur wenige Schritte entfernt und besteht aus schwarzem Sand, auf dem eine Unzahl ausgeblichener Baumstämme und Holzreste angeschwemmt wurden, die oftmals skurrile Formen bilden.

10.3.
Morgens spazieren und baden wir am Strand. Das Wasser ist deutlich kühler als an der Ostküste. Ich laufe ein Stündchen in der menschenleeren Gegend, die mich an die Westküste Jütlands erinnert. Auf der Weiterfahrt verlassen wir die Hauptstraße, die direkt am Ufer entlang führt, und gelangen über die Paekakarik Hill Road, die sich den Fels entlang windet, zu einem schönen Aussichtspunkt.

Blick auf die tasmanische See

Blick auf die tasmanische See

Nun ist es nicht mehr weit bis Wellington, der malerischen zwischen Bergen und zwei Meeren eingebetteten Landeshauptstadt. Der Blick auf die Stadt ist besonders von oben sehenswert. Leider hat der angepeilte Übernachtungsplatz keine Stellflächen mehr. Nachdem wir vergeblich nach einem „wilden“ Parkplatz Ausschau gehalten haben, stellen wir uns ganz frech auf den zum te Papa Museum gehörigen zentralen Parkplatz mit Hafenblick. Es wird zwar darauf verwiesen, dass Übernachten hier verboten ist, aber Dutzende anderer Campervans missachten wie wir diese Regel. Stattdessen schlendern wir durch die teils sehr moderne, teil mit pittoresken Häusern aus dem 19.Jahrhundert bebauten Innenstadt zum Café Olive, in dem es gutes Essen in angenehmer Atmosphäre gibt. Vor dem Schlafengehen bummeln wir durch den ausgedehnten Hafen.

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