Tauchen in Mabul und Sipadan

Februar 26, 2010 at 5:30 am (Uncategorized)

19.2.
Unser Bus geht erst um 14Uhr, so können wir einen faulen Vormittag verbringen. Mit dem Taxi lassen wir uns zu Mile2 bringen. Unser Bus ist hochmodern und konfortabel, was bei der fünfstündigen Fahrt sehr angenehm ist. Es ist schon dunkel, als wir in Semporna ankommen. Es gibt keine Taxis, doch nach einigem Nachfragen finden wir ein Privatauto, das uns für ein paar Ringit zum Hafen bringt. Allerdings hat „Uncle Chang“ geschlossen, der Vermittler aus dem Reiseführer, zu dem wir vor ein paar Tagen eine telefonische Voranmeldung hergestellt hatten.

Dragon Inn Semporna

Dragon Inn Semporna

Zum Glück finden wir im „Dragon Inn“ eine wunderbare Unterkunft. Er liegt auf einer weitläufigen ganz neuen Steganlage namens „Semporna Ocean Tourism Center“, und nachts hört man hier nur das Gluckern der Wellen. Angeschlossen ist auch ein chinesisches Restaurant, wo ich eine hervorragend schmeckende Curry Laksa bekomme.

20.2.
Auf dem Weg zu Uncle Chang fängt uns Julia ab, eine junge Österreicherin, die für eine Tauchorganisation namens Sipadan.com wirbt. Bevor wir dort zusagen, informieren wir uns noch bei Scuba Junkies, dem größten Anbieter, und stellen fest, dass die Preise für Billiganbieter in etwa übereinstimmen. Ganz überrascht sind wir, dass es gar keine Probleme macht, ein Permit für das Taucherparadies Sipadan zu bekommen, nachdem wir zuvor gehört haben, es sei auf Monate ausgebucht, weil pro Tag nur 120 Taucher dorthin dürfen. Offenbar erwerben die Agenturen unter Scheinnamen Kontingente dieser Permits, so dass geade die Billiganbieter reichlich Plätze anbieten können.Ärgerlich ist der Sipadan-Preis, der auch für Dorothea 500 Ringit beträgt, die wir zwar auf 400 herunter handeln können, aber auch das scheint uns überzogen. Trotzdem – once in your life – über den Preis ärgert man sich nur einmal. Da wir erst für den nächsten Tag buchen, können wir uns viel Zeit lassen, um den lebhaften, aber leider ziemlich stinkenden Markt zu besuchen.

Fischmarkt in Semporna

Fischmarkt in Semporna

Ein besonderes Erlebnis ist das Buchen eines Fluges nach Brunei, was die drei Angestellten eines Reisebüros für Stunden beschäftigt. Um halb drei lassen wir uns zu einem Ausflug in die Mangrove abholen, die die Flussmündungen um Semporna umgibt. Wir werden wir ausgesuchter Höflichkeit von den zahlreichen Angestellten einer Schutzstation begrüßt, von wo der Bootsausflug startet. Zuvor gibt es Teeund fritierte Süßkartoffeln und Bananen. Auf dem Fluss dauert es einige Zeit, bis wir die Proboscisaffen aufspüren.
Proboscisaffen

Proboscisaffen

Sie sind spürbar scheuer als die, die wir am Kinabatanganfluss beobachten konneten, und ziehen sich nach unserem Auftauchen rasch zurück. Aber die Pigtail-Macaques sind munter und an Menschen gewöhnt.
Im Bootshafen von Semporna

Im Bootshafen von Semporna

Ein besonderes Erlebnis ist die einstündige Bootsfahrt zu einer Insel in der Serpornabucht, wo mit Einbruch der Dämmerung Hunderte von Fruchtfledermäusen direkt über unseren Köpfen zu ihrem Ausflug starten. Bei der Rückfahrt in der Dunkelheit sieht man im Scheinwerferlicht silberne Blitze im Wasser. Es sind Fische, die sich mit weiten Sprüngen in Sicherheit bringen. Beim Wiederankommen in der Station werden wir mit einem fürstlichen BBQ bewirtet. Der Einsatz von 100 Ringit pro Person hat sich wirlich rentiert.

21.2.

Strand von Mabul

Strand von Mabul

Um 9 Uhr bringt uns ein Motorboot nach dem eine Bootstunde entfernten Mabul, einem Korallenriff, auf dem sich das Resort von Sipadan.com befindet. Es ist, wie zu erwarten war, recht einfach, insbesondere gibt es nur zwei Außenduschen, so dass die Körperpfege etwas problematisch ist. Aber die Zimmer mit Blick auf’s Meer sind sauber und sowohl das malayische Personal wie die englschen bzw. amerikanischen Divemaster sind freundlich und hilfsbereit. Es gibt Bananen, Kaffe und Tee zur Selbstbedienung, zum Mittagessen Reis, Hühnchen, Thunfisch, Kohl und Wassermelone, und das ändert sich auch in den nächsten Tagen nicht. Das Publikum ist sehr international, dänisch, ukrainisch, russisch,französisch, italienisch. Alle sind interessant und sehr angenehm mit Ausnahme eines 67jährigen, jünger aussehenden fettleibigen Deutschen, der allen auf den Geist geht. Nicht nur, dass er jeden, der er erwischen kann, zutextet, sondern sein ständiges Genörgel und Selbstmitleid ziehen einen richtig runter. Dabei ist er gebildet, weitgereist und spricht mehrere Sprachen fließend. Offenbar steht er sich selbst im Wege und hält seine auf einem Haufen von Vorurteilen fußenende Weltsicht für die reine Wahrheit.Nachmittags findet unsrer erster Tauchgang am „Eelgarden“ statt. Alle Riffs haben einen Flachwasserbereich, so dass Dorothea gut schnorcheln kann. Schon beim ersten Mal merke ich, das hier die Unterwasserfauna viel arten- und induvideenreicher ist als in Mabul.

Alle Unterwasserbilder mit freundlicher Genehmigung von Benoît. Danke!!

Es fängt bei den farbenprächtigen Korallen an, die von unzähligen kleinen Fischen umgeben sind.
grüne Schildkröte2

grüne Schildkröte2

Erstmals sehen wir auch Wasserschildkröten, die an den Riffen weiden und von Zeit zu Zeit zum Luftholen zur Oberfläche schwimmen. Wir sehen einen großen Tintenfisch (Pharoah Cuttlefish),
Blaugefleckter Stachelrochen

Blaugefleckter Stachelrochen

einen Rochen (Blue spotted stingray), einen prächtigen Lionfisch, der wie ein Unterwasserhahn mit seinem Flossengefieder prunkt,
Lionfish

Lionfish

viele farbenprächtige Nacktschnecken

Nacktschnecke

Moräne

Moräne

(nudibranch), die sich mit Giften gegen Fressfeinde schützen, razorfishes, die kopfüber im Korallenrasen weiden, große Moränen (Snowflake moray eel), die aus Höhelen herausschauen und ihr zahnbewehrtes Maul aufreißen und die bunten Aale (garden eels), die nur mit dem Kopf aus ihren Schlupfhöhlen herausschauen und sich bei Annäherung zurückziehen.Kurz vor Soonenuntergang kann ich an einem „Sunsetdive“ teilnehmen, bei dem wir einen Giant triggerfish beobachten, der mit Scheinangiffen gegen uns offenbar sein Nest schützt, einen bunten Clown triggerfush, Riffaale, seltsame Krebse (hermit crab) sowie lange silbrige Cornetfishes.

22.2.
Am nächsten Morgen tauchen wir an der steil abfallenden Lobster wall, wo wir neben den vorgenannten, einen Schwarm von Batfish, eine Aalmoräne und das „moorish idol“ sehen. Nachmittags geht es zum Paradise 2. ier sehen wir den perfekt an den Untergrund angepassten Krokodilfisch, den blumenartigen Anemonenfisch, Skorpionfische, banded pipefish und andere Schidkröten (Hawkbill turtles) sehen.

Tintenfisch

Tintenfisch

Krokodilfisch

Krokodilfisch

23.2.
Heute ist unser Sipadantag. Von einem Nachbarresort aus fahren wir mit einem extrem schnellen Motorboot zu dem kleinen Korallenriff.

Sipadan

Sipadan

Am Anleger gibt es Soldaten und ein Maschinengewehr, nachdem im Jahr 2000 von hier aus eine deutsche Familie von philippinischen Terroristen entführt wurde. Bei der Anmeldung heiße ich David und komme aus U.K., aber wen stört’s.
Auch hier gibt es drei Tauchgänge an verschiedenen Stellen des Riffs und auch hier kann Dorothea schnorchelnderweise teilnehmen. Leider schützt sich sich zu wenig gegen die Sonne und bekommt einen feuerroten und schmerzhaften Sonnenbrand an den Beinen. Sipadan zählt zu den weltbesten Tauchgründen.
Riffhai

Riffhai

Wir sehen mehrere bis zu 2 Meter großen Haie (White tip shark), Barrakudas und große Schildkröten. Beim zweiten Tauchgang kommt der Grey Ripshark und der Einhornfisch dazu. Am Beeindruckendsten für mich ist der dritte Tauchgang, bei dem wir auch in zwei Höhlen eintauchen.
Hawksbill-Schildkröte

Hawksbill-Schildkröte

An der steil abfallenden Riffwand bekommen wir eine geschätzt 1,5m lange „Monsterschildkröte“ zu Gesicht, und viele Haie.

24.2.
Es gibt zu viele Taucher und zu wenig Tauchlehrer. Einer wird vom Nachbarresort ausgeliehen, dann fahren wir mit vollbesetztem Boot zu der eine halbe Bootsstunde entfernten Insel Kapalei (Kaphali). Zu viert tauchen wir mit Elitza am Hausriff und erleben abermals eine enorme Artenvielfalt.

Froschfisch

Ghostfish

Ghostfish

Die Froschfische erkennt man erst beim genauen Hingucken, so perfekt haben sie sich an das Riff angepasst. Auch „Ornate ghostfish“ sieht aus wie ein im Wasser schwebendes Pflanzenteil. Wir sehen Pfeifenfische, Löwenfische (spotfin lionfish), gelbe Moränen und viele Nacktschnecken (Nembrotha kubayana). Nach der obligatorischen Oberflächenpause, bei der der im Blut gespeicherte überschüssige Stickstoff abgebaut wird, gibt es einen zweiten Tauchgang am Mittelriff, der zumeist über sandigen Boden führt und wiederum tolle Beobachtungen bietet. In ihren Höhlen verborgen sehen wir große Moränen (Giant moray), einen gebänderten Schlangenaal. ferner Batfish und junge Shrimpfish. Nach der Rückfahrt nach Mabul gibt es das altbekannte Mittagessen, danach folgt der zehnte und letzte Tauchgang im „Paradies“. Besonderheiten sind „Big fin reef sqid“, junge Angelfische, Moränenaal und riesige Schildkröten, die auch bei kürzestem Abstand nicht von ihrem Platz weichen. Heute habe ich gelernt, meine Anfängerfehler zu vermeiden, indem man ich sehr langsame Bewegungen mache und dadurch länger mit meinem Luftvorrat auskomme. Diesmal sind es zwei andere Anfänger, die sich viel zu hektisch bewegen und deshalb 10 Minuten vor den anderen den Grenzwert von 50 bar Flaschendruck erreichen. Nach jedem Tauchgang macht man eine fünfminütige Pause in 3 Meter Tiefe, um Stickstoffvergiftungen vorzubeugen (obwohl dies bei unseren Tiefen und Tauchzeiten nicht zwingend erforderlich wäre).
Auf dem Tauchboot

Auf dem Tauchboot


Als wir beim Resort ankommen, ist es höchste Zeit für die Rückfahrt. Es bleibt kaum Zeit, das Logbuch zu führen, sich umzuziehen und sich von allen zu verabschieden, denn das Boot, das uns nach Semporna zurückbringt, wartet bereits seit einer halben Stunde auf mich. Die Rückfahrt in dem flachen offenen Boot wird zu einem Erlebnis besonderer Art. Der Wind hat aufgebrist und weht den Gischt direkt ins Boot zurück. Nach wenigen Minuten sind wir komplett durchnässt, obwohl wir uns mit einer Plastiktüte notdürftig gegen das Schlimmste abschotten. Trotzdem nehmen es alle neun Passagiere nit Humor. Natürlich gibt es keine Schwimmwesten, und das Boot stampft im hohen wellengang erheblich. Bei jedem Auftauchen öffnet sich ein Spalt in der Beplankung und so habe ich die Befürchtung, dass es das Boot auseinander reißt. Doch Alles geht gut. Als wir nach zweistündiger Fahrt ankommen, ist es schon dunkel. Wir finden alle im „Dragon Inn“ Unterkunft und essen mit Guillaume und Cecilia, einem französisch-französischem Paar, Freya und Naomi (Mutter und Tochter aus Australien) sowie Kelly, einer aparten jungen Koreanerin zu Abend.

25.2.

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1 Kommentar

  1. Bruder Michael said,

    Danke für die super Fotos und den guten Bericht! Bin am Recherchieren, ob die Gegend für mich nächstes Jahr zum Schnorcheln in Frage kommt: da hilft mir das weiter…

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