Ko Tao

Januar 21, 2010 at 3:31 pm (Uncategorized)

13.1.
Pünktlich um 5.30Uhr werden wir vor der Polizeistation in der ungewöhnlich stillen Kaolanstraße abgeholt. Um 6 Uhr fährt ein vollbesetzter Expressbus nach Chumpeon, wo wir gegen 12 Uhr ankommen. Mit einem schnellen Katamaran fahren wir in eineinhalb Stunden zur Insel Ko Tao, deren Felsmassiv etwa 30 km von der Küste entfernt auftaucht. Wir sind etwas entsetzt über die Menschenmassen am Hafen des Hauptortes Mae Haad, aber in der Tanotebucht im Osten der Insel, wohin uns das bestellte Taxi bringt, ist es beschaulich und still.

Blick auf die Tanotebucht

Blick auf die Tanotebucht

Der 7 km lange Weg ist extrem steil und kaum befahrbar. Im Black Tip Resort wird uns ein hoch auf dem Felsen gelegener Bambusbungalow zugewiesen, der nicht nur gemütlich eingerichtet ist, sondern auch über einen geräumigen Balkon verfügt, von dem man einen wunderbaren Blick auf die Bucht und den Golf von Thailand hat. Außer kleinen Häuschen und Restaurants gibt es hier nichts und für Besorgungen müssen wir nach Mae Haad fahren. Dort bekommen ich auch eine medizinische Bescheinigung für meine Taucheignung.
Den Abend verbringen wir auf unserem Balkon und genießen die Ruhe und den prachtvollen Himmel.

14.1.
Um 10 Uhr beginnt der Unterricht für den Open Air Tauchschein. Gemeinsam mit einer jungen Deutschen werde ich von Bob, einem freundlichen englischen jungen Mann unterrichtet, der zwar gut Deutsch spricht, aber den Unterricht auf Englisch abhält, weil dies die auf Tauchbasen übliche Sprache ist. Der Stoff ist hinsichtlich seines physikalischen Inhalts für mich leicht, aber die technische Ausrüstung des Scubatauchens ist erstaunlich komplex und enthält viele zu lernende Details. Nach jeder Einheit gibt es einen Ankreuztest.

Üben im Pool

Üben im Pool

Um 14 Uhr treffen wir uns am Pool zur ersten praktischen Übung, die mit dem Zusammenbau und Anlegen der Ausrüstung besteht. Zum Schwimmen pumpt man Luft in die BCD genannte Tarierweste, die man zum Tauchen ablässt, so dass man möglichst im Wasser schwebt. Nur durch Atmen kann man aufsteigen und sinken, weil man, zusätzlich zur Vergrößerung des Brustkorbs durch die Dekompression bzw Kompression des Tauchanzugs durch den Wasserdruck positiven bzw negativen Auftrieb erhält. Wir müssen unter Wasser den Bleigurt ablegen und wieder anlegen, die Maske fluten und wieder ausblasen, von Maske auf Schnorchel zu wechseln und anderes. Die Verständigung unter Wasser erfolgt durch 25 Handzeichen, z.B. O.K., aufsteigen, absteigen, habe keine Luft usw. Das Ganze ist ziemlich anstrengend für mich und erfordert viel Konzentration.

15.1.
Vormittags wieder Theorie, wobei es hauptsächlich um die Verwendung von Tauchtabellen geht, mit denen man die Reststickstoffmenge bestimmen kann, die man beim Tauchen ansammelt und der maximalen Zeit, die man unter Wasser bleiben kann, um die gefährliche Taucherkrankheit sicher zu vermeiden.

Tauchvorbereitung

Tauchvorbereitung

Beim zweiten Schwimmbadlehrgang lernen wir den Einstieg mittels eines großen Schritts, das Einhalten der definierten Tiefe allein durch Atmung, das Simulieren eines Notfalls, bei dem man aus der alternativen Luftversorgung des Partners atmet. Leider habe ich ziemliche Probleme, unter Wasser die aufrechte Haltung zu halten. Dadurch strampele ich unnütz herum und vergeude viel Kraft. Ich werde immer nervöser und scheitere an einer Übung, bei der ich die Weste ablegen und wieder anziehen soll sowie beim Anlegen der Weste an der Oberfläche, was viel Gleichgewichtsgefühl erfordert. Folgerichtig teilt Bob mir mit, dass ich diesen zweiten Lehrgang wiederholen muss. Ich bin von mir enttäuscht und habe Zweifel, ob ich den Anforderungen gewachsen bin.
Abends wandern wir zum Essen in ein Lokal, zu dem wir eine halbe Stunde steil bergauf wandern müssen. Die Inhaberin, gleichzeitig Köchin, Bedienung und Abwaschfrau heißt Jula und ist mit Abstand die verrückteste Frau, die wir auf unserer Reise kennengelernt haben. Außer uns sind noch drei junge Mädchen aus England da, die aber bald abreisen müssen. Bald darauf kommen zwei deutsche Studenten Timo und Bernd und dessen deutsch-australische Freundin Heidrun und lachen sich wie wir über Jula, die Alleinunterhalterin kaputt. Später kommen noch Walter, ein Schweizer in unserem Alter mit seinem Sohn André, die erkennbar Probleme haben, den abgedrehten Einladungen Julas Folge zu leisten. Später kommt noch Norman, ein herzlicher Kanadier, der hier schon im siebenten Jahr und „good Friend“ ist. Jula drückt und knutscht alle abwechselnd und spannt alle zur Essensvorbereitung ein, da wir zuvor das Mexican Barbecue und die Frühlingsrollen aufgegessen haben. So lernen wir das Wickeln von Frühlingsrollen, die anschließend gebraten werden und wirklich sehr lecker schmecken. Jula besteht darauf, jeden von uns mit Westernhut oder Perücke zu kostümieren. Dorothea bekommt ein Diadem verpasst und wird von Jula nur noch Elizabeth genannt, weil sie angeblich wie Elizabeth Taylor aussieht. Als alle satt sind, verschwindet sie wieder in der Küche und „beglückt“ uns mit einem Mitternachtsmenu mit Hühnerschnitzel und verschiedenen Dumplings. Als wir in der Dunkelheit wieder mit Taschenlampen den Berg herunterkraxeln, haben wir das Gefühl, einen wirklich verrückten Abend erlebt zu haben.

16.1.
Vormittags schließen Melina und ich die Theorie erfolgreich mit einem schriftlichen Abschlusstest ab. Anschließend fahre ich nach Mae Haad, um mich im medizinischen Zentrum wegen eines Druckschmerzes behandeln zu lassen. Zum Glück findet der freundliche junge Doktor nichts Ernsthaftes. Er vermutet, dass ich mir einen Rippenknorpel verletzt habe, was mir durchaus einleuchtet. Immerhin weiß ich jetzt, dass „cartilage“ Knorpel bedeutet. Auf dem Rückweg sammelt das Taxi Dorothea ein, die eine lange Wanderung zu einem Aussichtspunkt gemacht hat. Nachmittags schnorcheln wir im Uferbereich, der von Korallen übersät ist und eine bunte Fischwelt aufweist. Abends essen wir im Strandrestaurant „Poseidon“. Als wir im Dunkeln noch einmal zu Julas Kneipe aufsteigen, ist zum Glück alles still und geschlossen. Wahrscheinlich muss auch sie sich vom gestrigen Abend erholen.

17.1.

Blick auf den Hafen von Mae Haad

Blick auf den Hafen von Mae Haad

Gemeinsam wandern wir zu dem Aussichtspunkt „Two sights“, von wo man unmittelbar benachbart auf die Ost- und Westküste schauen kann.
Blick auf unsere Bucht

Blick auf unsere Bucht

Oben treffen wir Norman, der uns von seinem interessanten Leben erzählt. Er stammt aus Atlanta und ist gelernter Zimmermann. Nun lebt er in Vancouver und verdient viel Geld mit Betonsägen. Nach den Golfkriegen hat er für die amerikanische Armee Süßwasseraufbereitungsanlagen gebaut. Nun heiratet er demnächst eine Thailänderin und plant den Ankauf von viel Land, um dort Gummibäume zu pflanzen und crops anzubauen.
Nachmittags wiederhole ich den zweiten Schwimmbadlehrgang alleine mit Puin, einer sympathischen Tauchlehrerin aus Südthailand. Heute gelingt alles besser. Anschließend schnorcheln Dorothea und ich wieder in der Bucht. Abends besuchen wir noch einmal Jula, die heute keine Gäste bewirtet. Sie wirkt müde.

18.1.
Um 12.30 Uhr treffe ich mich mit Bob zu den ersten beiden Freiwassertauchgängen. Wir steigen in voller Montur von unserem Strand aus ins Wasser und schwimmen zunächst zu einem 50m vor dem Strand liegenden großen Felsen, dem Elephant rock. Dann geht es abwärts zum Grund, der in 5m Tiefe beginnt und ziemlich steil bis auf 11m abfällt. Es geht dieses Mal nur darum, das Schweben über dem Grund und das Auf-und Absteigen ausschließlich durch Atmung zu üben. Dann schwimmen wir unter Wasser ein Stück ins Meer hinaus zu den „four rocks“. Die Tierwelt ist begeisternd. Zahlreiche Fische, Schwärme und Beutefische (darunter Moräne und Barracuda), tummeln sich über den Korallen, die vielfältige und zum Teil bizarre Formen annehmen.

Margin Triggerfish

Margin Triggerfish

Eine riesige Muschel schließt ihre Schalen, als wir uns annähern (Mördermuschel?) Irgendwo auf dem Grund steht(!) ein Motorrad, das schon von Algen und Korallen besiedelt ist. Muss wohl von Bord gefallen sein.

19.1.
Heute fahren wir mit dem Motorboot der Tauchschule zu den „Shark Islands“ im Süden der Insel. Ich mache mit Bob die letzten beiden Freiwassertauchgänge, die anderen sind mit Puin „just for fun“ unterwegs. Wir sind in großer Tiefe unterwegs (über 18m). Ich habe mit dem Druckausgleich keine Probleme, allerdings tritt in der Stirn vorübergehend ein heftiger stechender Schwerz auf (Stirnhöhlen). Ich muss unter Wasser die Maske abnehmen, wieder aufsetzen und ausblasen. Außerdem gehört zum Lernprogramm das Atmen aus der alternativen Luftversorgung des Tauchpartners und der kontrollierte Notausstieg, bei dem man aus 9 m Tiefe langsam aufsteigt und dabei die ganze Zeit einen aaaa-Laut produziert. Erstaunlicherweise reicht die Luft bis zum Auftauchen. Wir sehen einen Drückerfisch, der einen Seeigel angreift, indem er an seine Unterseite gelangt und an Ort und Stelle verspeist, außerdem eine Batfish-Schule. In der Pause liegen wir faul in der Sonne, trinken Kaffee und essen Kekse. Der nächste Tauchplatz heißt Hin Ngnam. Wir sind 40 Minuten auf 14 m Tiefe und sehen eine fantastische Fauna: großer Barracuda, Pufferfish, den seltenen Yellow Boxfish, einen juw. Batfish und einen großen Rochen. Nach dem Auftauchen gratulieren sie mir zum Freiwassertauchschein.
Am späten Nachmittag wandern wir zum Essen auf die Westseite der Insel zum Saireestrand.

Erodierte Straße

Erodierte Straße

Wir suchen einen auf den Karte eingezeichneten Weg durch den Wald, aber gelangen bald auf eine äußerst rutschige Piste, in der das Regenwasser tiefe Furchen hinterlassen hat und auf der ansonsten keine Spuren zu finden sind. Da die Sonne sich zum Untergehen anschickt, fürchten wir, uns verlaufen zu haben, doch nach einer guten Stunde kommen wir in bewohnte Gegend und kommen nach einer weiteren guten halben Stunde zum Shalimar, einem indischen Restaurant. Die guten Informationen über dieses Lokal erweisen sich als voll berechtigt. Das Essen ist das beste, das wir auf unserer ganzen Reise serviert bekommen haben, und das in einer sehr angenehmen gediegenen Atmosphäre! Wir essen ein Menu für zwei für nur 500 Bt, dass aus Tandoori chicken, Papadum, chicken tikka masala und mix. Veg. Korma besteht. Dazu gibt es Reis und garlic naan, ein knuspriger Knoblauchfladen. Anschließend bummeln wir am belebten Strand zurück nach Mai Haad, wo uns um 22 Uhr ein Taxi zu unserer Unterkunft zurückbringt. Abends sitzen wir in der Strandbar und schnacken mit Owe aus Husum, der im Auswärtigen Amt beschäftigt ist.

20.1.
Für die heutigen Tauchgänge habe ich mir von Tom, einem österreichischem(?) Tauchlehrer eine Unterwasserkamera ausgeliehen. Zu acht fahren wir mit dem Tauchboot zum White Rock im Norden von Ko Tao, wo schon viele andere Boote ankern und wir schon aufpassen müssen, unter Wasser nicht der falschen Gruppe hinterher schwimmen. Mit einem Schweizer Pärchen, Katrin und Räti , tauchen wir mit Daniel, einem sympathischen spanischen Tauchlehrer. Leider ist gerade heute die Fauna nicht so überwältigend, aber Spaß bringt es trotzdem u7nd wir sehen einen Blauring Angelfisch du „Batfishes“.

Axel Underwater

Axel Underwater

Bei unsrem letzten Tauchgang an den „Twin Rocks“ ist die Sichtweite durch Plankton stark eingeschränkt, wir sehen Bannerfish, Yellow margin triggerfish, Saddleback Clownfish und Blacktip sole.
Nachmittags fahren wir mit Simone und Kanoko, einer sehr netten Japanerin, in eine benachbarte Bucht, um Haie zu beobachten. Leider bekommen wir keine zu Gesicht. Der Bootsführer erzählt von hinterher von vier Haien, die er zeitgleich an anderer Stelle der Bucht von Land aus beobachtet hat. Künstlerpech.
Abends mit Simone, zwei Engländern und Sandro, einem Weinbauern aus der italienischen Schweiz, in der Strandbar.

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1 Kommentar

  1. Katrin und Hendrik said,

    Hallo Dorothea und Axel!

    auf diesem Wege Euch erst einmal noch alles Gute für das neue Jahr! Wir hoffen Ihr hattet eine schöne Weihnachtszeit zu Hause und freuen uns jetzt auf spannende Reiseberichte, die wir schon seid unserer Rückkehr immer wieder gerne verfolgen.
    Eure Berichte von Kambodscha haben wir sehr genossen, da einem alles so vertraut vorkommt. Wir hatten noch eine sehr sehr schöne Reise über Angkor, Tonle Sap, Batambang zur Küste, wo wir in einer kleinen Hütte am Strand noch ein paar erholsame Tage verbracht haben. Leider hat der Alltag uns viel zu schnell wieder eingeholt und ich beschäftige mich schon wieder intesiv mit den Fragen des Artenschutzes 😉 Gestern waren wir in dem sehr sehenswerten Kinofilm mit dem passenden Namen „Same same but different“, der in Kambodscha spielt. Mit den wunderbaren Bildern ist man schnell wieder in die asiatische Welt, die Kultur und die Lebensweise eingetaucht. Wir wünschen Euch erst einmal eine schöne Zeit in Thailand, interessante Tauchgänge und eine gute Weiterreise, die wir weiter neugierig verfolgen 😉 Liebe Grüße aus dem verschneiten Bochum, Katrin und Hendrik

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