Im Norden von Laos

Oktober 23, 2009 at 8:21 am (Uncategorized)

21. Oktober
Nach dem Frühstück bringt uns unser freundlicher Fahrer in eineinhalb Stunden nach Chiang Khong (Es gibt keine Busverbindung dorthin). Dann folgt ein ungewöhnlicher Grenzübertritt:

Auf dem Mekong nach Laos

Auf dem Mekong nach Laos

Ausreisestempel aus Laos in den Pass, dann bringt uns ein winziges Boot für weniger als 1 € über den Mekong.

Grenzübertritt auf einem Bötchen

Grenzübertritt auf einem Bötchen

Dann erstehen wir für 30 US$ ein Visum für Laos, bekommen den Einreisestempel und sind in Huay Xai in Laos. In dem Städtchen wimmelt es von europäischen Touristen. Sehr schnell finden wir ein freundliches sauberes Guesthouse. Nachmittags steigen wir eine lange Treppe empor zu einem Kloster.

ungebetener Begleiter

ungebetener Begleiter

Beim Hochsteigen überholen wir eine Schlange, die keinen Ausweg von der Steinstiege findet.

Kloster in Huayxai

Kloster in Huayxai

Beim Kloster, das von Skulpturen in einem kindlich anmutenden Stil umgeben ist, begegnen und junge Mönche. Einer führt ein Affenbaby an einem Band spazieren.

tierlieber Mönch

tierlieber Mönch

Ein anderer spricht uns auf Englisch an und erkundigt sich nach unserem Woher. Dann bietet er uns eine „Ceremony“ an. Im Tempel flicht er uns pinkfarbene geflochtene Bänder um das Handgelenk, die uns Glück und Kraft bringen sollen. Danach ist natürlich eine „Donation“ fällig. Am Abend erleben wir einen schönen Sonnenuntergang mit einer feinen Mondsichel in einem Restaurant direkt am Mekong. Wir unterhalten uns mit einem älteren Franzosen in einem merkwürdigen Gemisch aus Französisch und Englisch. Später treffe ich noch ein holländisches Pärchen, das auch an der Gibbon-Experience teilnehmen wird. Wir haben eine sehr kurzweilige Unterhaltung über unsere Erlebnisse. Sie sind die ersten, die eine Malaria-Prophylaxe (mit Malorone) machen. Bislang geht es ihnen gut. Mal sehen, ob unsere Strategie mit langen Klamotten und Repellent aufgeht. Alle, mit denen wir bislang gesprochen haben, halten das Infektionsrisiko für sehr gering.

22. Oktober

Um halb Acht bringt uns ein „Tuktuk“ zum Busbahnhof. Tuktuk ist die lautmalerische Bezeichnung für ein sehr verbreitetes Moped-Taxi. Auf die beiden in Fahrrichtung angeordneten Sitzbänke passen 6 bis 8 Leute und auf dem Dach ist noch Platz für Gepäck. Mir müssen noch eine Stunde bis zur Abfahrt des Busse nach Nam Tha Luang warten. Der Bus ist ganz schön marode! Während der Fahrt füllt der Beifahrer bei allen Steigungen Wasser in eine Klappe am Armaturenbrett. Vermutlich ist das Kühlsystem undicht.

laotisches Bauernhaus

laotisches Bauernhaus

Am Zustand der Häuser, die auf Pfählen errichtet sind und deren Wände aus geflochtenen Blättern bestehen und den Menschen, die darin leben und arbeiten, erkennen wir, dass wir in einem sehr armen Land angekommen sind. Die Straße ist kaum befahren. Zuerst sind wir überrascht vom guten Straßenzustand. Dann tauchen erste Schlaglöcher auf und dann handelt es sich um eine Schotterpiste mit vielen Unebenheiten, die nur kurz von asphaltierten Abschnitten unterbrochen wird! Das ändert sich, als wir die Grenze von der Provinz Bokeo nach Luang Nam Tha überqueren. Hier ist die Straße sehr gut. Nach knapp vier Stunden haben wir die 200 km zurückgelegt. Vom Busbahnhof werden wir wieder von einem vollbesetzten Tuktuk in die Stadt gebracht. Wieder finden wir schnell ein freundliches Guesthouse. Nam Tha ist bekannt für seinen „Ecotourism“ und so suchen wir gleich das Büro von „Green Discovery“ auf und buchen eine eintägige Kajaktour. Wir hoffen, dass sich bis übermorgen noch mehr Touristen für diese begleitete Tour melden, denn so ist sie mit 44$ pro Person doch recht teuer!
Beim Abendessen in einem „Minority Restaurant“ werden wir von Frauen angebettelt, die uns ihre tagsüber geflochtenen Armbänder und Kopfschmuck andrehen wollen. Sie sind sehr ausdauernd und offensichtlich bettelarm und es fällt schwer, ihnen nicht entgegen zu kommen. Mir bieten sie mit einer Hand Schmuck du versteckt mit der anderen kleine eingeschweißte Päckchen an, vermutlich Haschisch. Direkt beim Restaurant gibt es einen Bücherstand von „Bigbrothermouse“ Diese Organisation arbeitet für die Alphabetisierung der Landkinder. Sie produzieren sehr schön gestaltete bebilderte Bücher, die für Kinder unterschiedlicher Altersgruppen bestimmt sind, und mit denen ihnen das Lesen der laotischen Schrift beigebracht werden soll. Abends setzen wir uns im „Papaya Restaurant“ zu einem älteren Engländer an den Tisch und erzählen uns unsere Reiseerlebnisse. Besonders spannend wird es, als sich ein Pärchen aus Südtirol mit an den Tisch setzt. Sie waren unter anderem in Birma und berichten über die bizarre Situation dort. Von einem Restaurantbesitzer namens Hanno (Name geändert), der ausländische Touristen bat, Sachen dazulassen, mit denen er die Ärmsten unterstützte. Weil sich sein guter Ruf herumsprach, sperrte ihn die Militärregierung kurzerhand für vier Jahre ein, worauf er bald starb. Seine Witwe führt das „Hanno’s“ in seinem Sinn weiter. Von allerbest (von China) ausgebauten Straßen, auf denen kein Verkehr rollt, weil es keinen Warenaustausch gibt. Von einer unglaublich freundlichen Bevölkerung, die lebhaft versuchte, mit ihnen in Kontakt zu kommen nur die Älteren sprechen noch Englisch). Nebenbei erfahren wir, dass ab 23 Uhr in ganz Laos Ausgangssperre gilt. Es steht nirgendwo, aber der Restaurantbesitzer bestätigt es: Wer nach 23 Uhr von der Polizei aufgegriffen wird, muss kräftig löhnen! Ein schöner Abend! Zwischen den Menschen, mit denen wir in Kontakt kommen (eher nicht der Pauschalreisende), scheint es hohes Maß an Übereinstimmung und Empathie zu herrschen!

23. Oktober
Wir leihen uns Fahrräder und fahren zunächst die Hauptstraße durch das Dorf. Nam Tha ist Provinzhauptstadt, aber es wirkt trotzdem dörflich.

Kolonialstil

Kolonialstil

Es wurde während des Vietnamkrieges dem Erdboden gleich gemacht. Viele der neuen Häuser werden im französischen Kolonialstil errichtet. Der der Brücke über den Tha stoppe ich und mache ein paar Fotos.

Am Nam Tha

Am Nam Tha

Da springt aus einem Wachhäuschen am Ende der Brücke ein mit einem altertümlichen Gewehr bewaffneter Soldat heraus und weist mich an, mich vom Acker zu machen.

Wäschewaschen im Fluss

Wäschewaschen im Fluss

Kurz hinter der Brücke zweigt ein holpriger Sandweg ab, der zu einem Wasserfall führt. Wir kommen an einer ländlichen Ziegelfabrik vorbei.

dörfliche Ziegelfabrik

dörfliche Ziegelfabrik

Die Kohle für den Brennofen liegt auf der Stroße und eine große Zahl von Lehmziegeln wartet auf den Brand. Doch der Ofen bleibt kalt, wohl kein Auftrag da! Wir kommen durch ein Dorf, das von einer ethischen Gruppe, den Namdee, bewohnt wird. Die Frauen haben eine auffällige, vorne gescheitelte Frisur. Leider möchten sie nicht fotografiert werden. Einem etwa achtjährigen Mädchen zeigen wir unsere Bigbrothermouse-Heftchen. Zuerst guckt sie ratlos, aber als sie versteht, dass wir sie ihr schenken wollen, lächelt sie glücklich.

Namdee-Wasserfall

Namdee-Wasserfall

Für den Wasserfall müssen wir einen kleinen Eintritt bezahlen. Er ist nicht sehr spektakulär und wir sind die einzigen, die sich ihn angucken.

Schulkinder

Schulkinder

Am dem Rückweg kommen uns die Schulkinder entgegen, die sich gerne fotogrfieren lassen.

lassen sich gerne fotografieren

lassen sich gerne fotografieren

Wir besuchen noch eine hoch gelegene Stupa, von der man einen schönen Blick auf Nam Tha hat.

Skulpturen vor der Stupa

Skulpturen vor der Stupa

Auch sie ist wieder von kindlich gestalteten Skulpturen geschmückt. Der Drachen, der am Anfang einer Treppe wacht, hat Klebreis im Mund.

Der Drachen braucht Futter

Der Drachen braucht Futter

Die Leute hier sind nicht nur religiös sondern obendrein sehr abergläubisch!

Nachmittags besuchen wir einen großen Marktplatz.

Junge Verkäuferinnen

Junge Verkäuferinnen

Viele Verkäuferinnen sind noch Kinder. Neben Gemüse und Obst gibt es recht ungewöhnliche Marktartikel: Mauersegler und große Fledermäuse.

Fledermaus gefällig?

Fledermaus gefällig?

An einem Stand werden pelzige Säugetiere angeboten. Wir erkennen eine Art Eichhörnschen. Als die Verkäuferin unser Interesse bemerkt, wirft sie schnell ein Tuch darüber: Offenbar eine geschützte Art aus dem Naturschutzgebiet Nam ha.

24. Oktober
Beim Frühstück treffen wir Dick, einen älteren Australier, der sich von seiner Heimat verabschiedet hat und auf der Suche nach einer dauerhaften Bleibe ist. Er sucht nach englischer Literatur, da er alles ausgelesen hat und es in Nam Tha keine englischen Bücher gibt. Wir tauschen Dorotheas „Forgotten Kingdom“ gegen eine Churchill-Biografie. Er berichtet uns, dass er sich gerade bemüht, zwei Nordkoreaner aus einem chinesischen Gefängnis freizukaufen. Sie haben nach ihrer illegalen Flucht keine Aufenthalterlaubnis bekommen und hoffen, nun in Thailand eine zu bekommen.

Dorothea und Pat beladen das Boot

Dorothea und Pat beladen das Boot

Um 9 Uhr beginnt unsere gebuchte

eintägige Paddeltour auf dem Tha-Fluss. Da sich keine weiteren Touristen für diese Tour haben finden lassen, müssen wir den vollen Preis von 88$ zahlen. Unser junger Guide heißt Pat, spricht sehr gut Englisch und ist sehr humorvoll. Er hat nach der Schule für sieben Jahre als Mönch im örtliches Kloster gelebt, was sicher kein Zuckerschlecken war.
Unsere Schlauchboote werden mit einem Tuktuk zur Anlegestelle transportiert. Wir werden mit einer Schwimmweste ausstaffiert und dann geht es mit der Strömung los. Der Fluss fließt anfangs recht gemächlich und wir können auf einer Gummirolle im Boot sitzen. Allerdings machen wir häufig ungewollte Drehungen, da das Boot nicht richtungsstabil ist. Nach zwei Stunden besuchen wir ein Lantan-Dorf und werden von einer Menge halbnackter Kinder bestaunt.

Sein Spielzeug

Sein Spielzeug

Ihr wichtigstes Spielzeug sind Autos, die aus einer aufgeschnittenen Plastikflasche hergestellt sind, und die sie an einer Schnur hinter sich herziehen.

Wohnhaus der Lantan

Wohnhaus der Lantan

Die Menschen leben in einräumigen Palmblatthäusern unter einfachsten Bedingungen, wirken aber recht zufrieden.

Die Lantan begegnen uns freundlich

Die Lantan begegnen uns freundlich

Eine alte Frau verkauft uns aus Bambusfasern geschöpftes Papier. Wir lassen für die Kinder wieder unsere laotischen Bilderbücher da.
Am Ufer sehen wir große Eisvögel und eine bunte Art kleiner Reiher. Bald darauf machen wir an einer Sandbank Mittagspause.

Imbiss am Fluss

Imbiss am Fluss

Pat richtet auf Palmblättern mitgebrachte Speisen an, die wir mit den Fingern verzehren.

Besuch vom anderen Ufer

Besuch vom anderen Ufer

Auf einem langen Boot kommend, gesellt sich ein freundlicher, mit löchriger Unterhose und Hemd bekleideter Mann zu uns, später kommt ein zweiter auf einem Bambusfloß dazu, um sich mit Pat zu unterhalten. Inzwischen ist es heiß geworden. Die riesigen Regenwaldbäume werfen in der Mittagszeit nur wenig Schatten. Große Flächen des Regenwalds sind unter chinesischer Regie abgeholzt worden und durch Gummi-Plantagen ersetzt worden. Die Hoffnung auf schnellen Reichtum wird sich wohl trotzdem nicht erfüllen, da der Preis für Kautschuk dramatisch verfällt. Nach der Pause wird die Hitze von oben durch Abkühlung von unten kompensiert. Der Fluss ist in den Stromschnellen so reißend geworden, dass wir in Sitzposition nicht mehr das Gleichgewicht halten können. Nachdem ich so zweimal nach hinten übergekippt bin, nehme ich freiwillig diese Liegehaltung an, wodurch das Boot auch besser manövriert werden kann. Mit jeder Welle schwappt jetzt jede Menge Wasser herein, aber wenn man erst einmal nass ist, stört einen das nicht mehr. Zwischen den Stromschnellen lasse ich Dorothea alleine paddeln und versuche, mit einer aufgeschnittenen Wasserflasche zu lenzen.

Das Boot wir wieder verladen

Das Boot wir wieder verladen

Nach sechs Stunden und 29 km legen wir erschöpft, aber zufrieden bei einem Dorf an, und lassen uns von einem Auto des Veranstalters zurück bringen. Nach der Dusche können wir eine Massage gebrauchen. Zwei junge Frauen walken uns mächtig durch, ihre kräftigen Finger bringen uns ganz schön an die Schmerzgrenze. Abends leckeres Essen in einem indischen Restaurant.

25. Oktober
Fauler Tag in Luang Nam Tha.

26. Oktober
Mit einem klapprigen, mit Einheimischen vollbesetzten Bus in viereinhalb Stunden zurück nach Houay xai.

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